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Bodenherbizide

Getreideherbizide jetzt auf nassen Boden spritzen?

Nasser Acker im Herbst
am Dienstag, 06.10.2020 - 10:18 (Jetzt kommentieren)

Derzeit steht die Aussaat von Wintergetreide vielerorts still. Wann ist es wirklich sinnvoll, Bodenherbizide einzusetzen?

Viele Ackerbauern konnten am Wochenende noch das Wetter für die Kartoffel-, Mais- und Rübenernte nutzen und die Wintergerste bestellen. Aktuell ist die Aussaat aufgrund des verbreiteten Regens allerdings ins Stocken geraten.

Warum keine Bodenwirkstoffe, wenn es nass ist?

Wie lassen sich die bereits gesäten Schläge jetzt noch mit Herbiziden behandeln? Dieser Frage geht Nikolaus Schackmann, Pflanzenbauberater am Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) in Bitburg/Eifel nach.

Er rät dazu, sich die Situation des letzten Jahres ins Gedächtnis zu rufen:

„Abgesehen davon, dass Pflanzenschutzmaßnahmen welcher Art auch immer bei diesen Witterungsbedingungen Quatsch sind, sollte man sich an das vergangenen Jahr erinnern: Die stärksten Schäden durch Herbizide im Wintergetreide sind dann entstanden, wenn die über den Boden wirksamen Gräsermittel auf nassen Boden gespritzt wurden und es danach reichlich Niederschläge gab. Genau diese Situation haben wir jetzt wieder.“

Herbizideinsatz im Herbst nicht erzwingen

Diese Probleme lassen sich leicht vermeiden. „Wenn wir es also nicht schaffen, die Mittel im Vorauflauf einzusetzen, müssen sie halt später kommen.“ Jetzt überstürzt zu handeln, ist der falsche Ratgeber.

Der Pflanzenbauexperte empfiehlt stattdessen, nach dem Auflaufen des Ackerfuchsschwanzes bei maximal 1 bis 2 Blättern den Herbizidmix soweit möglich mit 1,5 bis 2,0 l/ha CTU aufzumischen.

Ist der Ackerfuchsschwanz schon größer oder der Einsatz von CTU nicht möglich, muss dem Bodenpartner 0,9 l/ha Axial oder 1,2 l/ha Atlantis OD zugemischt werden. Diese Mischungen lassen sich bei milder Witterung noch bis Anfang Dezember eingesetzt werden.

Frühjahrsbehandlungen wirken nicht sicher

„Die Wirkung ist dann immer noch sicherer als eine Gräserbekämpfung im Frühjahr“, so Schackmann. „Diese Empfehlung weicht zwar von unseren früheren Aussagen ab, ist aber kein großes Problem, wenn man sich sonst an unsere Empfehlungen gehalten hat. Dazu gehören eine Scheinsaat, die Fruchtfolge und ein frühzeitiger Einsatz der Vorauflaufmittel.“

Mit Material von DLR Eifel
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