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Getreide

Getreidekrankheiten im Blick behalten

von , am
19.04.2011

München - Wenn das Getreide ins Schossen übergeht, ist die Gefahr des Pilzbefalls groß. Genau dann startet jährlich das Monitoring der Getreidekrankheiten des amtlichen Pflanzenschutzdienstes in Bayern.

Das Interesse an den Warndienst-Informationen für Getreidekrankheiten ist groß.
Die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, sowie die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) untersuchen ausgewählte Praxisschläge mehrmals im Laufe der Saison auf den Befall mit Schadpilzen. Die Ergebnisse fließen in wöchentlich aktualisierte Tabellen und Karten und sind jederzeit über das Internet abrufbar.

Fungizidanwendungen sollen auf das notwendigste beschränkt werden

Für die Getreidekrankheiten liefert ein jährliches Monitoring die wesentliche Datengrundlage. Von Mitte April bis Anfang Juli werden auch in diesem Jahr wieder 73 Winterweizen-, 55 Wintergersten-, 23 Sommergersten-, 15 Triticale- und 2 Dinkelschläge wöchentlich auf den Befall mit den wichtigsten Pilzkrankheiten untersucht.
Diese Daten stellen die Basis für die regionalen Warndienst-Hinweise dar und unterstützen die Landwirte dabei, Fungizidanwendungen auf das notwendige Maß zu beschränken. Das hohe Interesse an allen Warndienst-Informationen der LfL belegen die Abrufzahlen der Internetseiten mit zum Teil über 1.000 Zugriffen pro Tag während der Vegetationszeit.

Jeder Schadpilz wird einzeln bewertet

Pflanzenschutz ist per Gesetz nach den Regeln der guten fachlichen Praxis durchzuführen. Dazu gehört unter anderem, dass die Landwirte die Notwendigkeit einer Pflanzenschutzbehandlung genau abwägen und neben ihrer eigenen Erfahrung die Hinweise des amtlichen Pflanzenschutzdienstes berücksichtigen.
Witterungsdaten, das Wachstum der Bestände oder Charakteristika der einzelnen Krankheiten liefern den Experten umfangreiche Informationen für eine treffende Empfehlung.
 
Anhand von wissenschaftlich definierten Bekämpfungsschwellen nach dem "Weizen- und Gerstenmodell Bayern" wird für jeden Schadpilz bewertet, ob das Ausmaß des Befalls bereits eine Fungizidmaßnahme erfordert, weil entsprechende Ertragsausfälle drohen. Es kann auch sinnvoll sein, die weitere Entwicklung der Krankheiten abzuwarten und erst später anhand neuer Daten eine Entscheidung zu treffen.
Unter Einbeziehung der aktuellen Witterungsbedingungen werden zudem entsprechende Behandlungsempfehlungen gegeben.
 
Eine Übersicht zu allen Monitoringprogrammen der LfL findet sich unter: http://www.lfl.bayern.de/ips/pflanzenschutzhinweise/
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