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Getreide

Getreidemarkt: Produktionsrekord und Anbauausweitung

© landpixel
von , am
23.01.2012

Die globale Getreideproduktion erreicht im laufenden Wirtschaftsjahr trotz der trockenheitsbedingten Produktionsausfälle in Südamerika einen neuen Rekord. Zu dieser Einschätzung kommt der Internationale Getreiderat (IGC) in seiner aktuellen Marktprognose vom 19. Januar.

© Sven Brentrup/aboutpixel.de
Allerdings klettert auch der Verbrauch auf seinen bisher höchsten Stand, so dass die Bestände für alle Getreidearten zusammen nur moderat wachsen. Das Verhältnis von Beständen zum Verbrauch erreicht mit 20 Prozent keinen besonders komfortablen Wert und deckt lediglich 74 Tage den globalen Bedarf.

Weizenmarkt sehr gut versorgt

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Besonders gut versorgt ist in diesem Jahr der globale Weizenmarkt. Die Produktion wird im Vergleich zu letzten Schätzung nochmals um sieben Millionen Tonnen nach oben korrigiert und erreicht den Rekordwert von 690 Millionen Tonnen. Verantwortlich für diese Korrektur sind besser als erwartet ausfallende Ernten in Australien und Argentinien sowie die Korrekturen in Kasachstan und China. Ungefähr die Hälfte des weltweiten Produktionszuwachses fließt wegen der im Vergleich zum Mais günstigen Preise in den Futtertrog. Die Bestände wachsen ebenfalls um neun Millionen Tonnen auf 204 Millionen Tonnen und liegen damit nur noch knapp unter dem bisherigen Rekord von 1999. Von den großen Exporteuren wachsen die Bestände vor allem in Kasachstan und der Ukraine, während es in der EU und den USA wenig Veränderungen gibt. Der Welthandel liegt mit 135,4 Millionen Tonnen ebenfalls nur noch wenig unter dem bisherigen Rekord von 2008. Der Handelszuwachs erfolgt vor allem bei Futterqualitäten.
 
Weizenanbau wird ausgeweitet
 
Für die neue Ernte erwartet der IGC einen Zuwachs bei der Anbaufläche von 1,7 Prozent auf dann 225 Millionen Hektar (Mio. ha). Dies wäre im historischen Vergleich die größte Anbaufläche seit 1998. Der größte Teil des Flächenzuwachses erfolgt in Nordamerika und am Schwarzen Meer. Ursache ist das relativ hohe Preisniveau. Allerdings basiert diese Schätzung auf normalen Wetterbedingungen und kann sich natürlich noch stark ändern. Insbesondere die Trockenheit Teilen der USA und in der Ukraine könnte sich negativ auf die neue Ernte auswirken. Insgesamt werden die Konditionen für den Winterweizen in der nördlichen Hemisphäre jedoch als gut eingeschätzt. Einschließlich eines erwarteten Zuwachses beim Sommerweizen in Nordamerika, liegt die Produktionserwartung des IGC für die neue Saison jetzt bei 685 Millionen Tonnen und damit leicht unter der diesjährigen Rekordernte, jedoch deutlich über dem langjährigen Mittel von 663 Mio. t.
 
Mais trotz Ernterekord mit enger Bilanz
 
Noch deutlicher als bei Weizen schätzte der IGC die globale Maisproduktion nach oben. Hier liegt der Zuwachs gegenüber der Novemberprognose bei acht Millionen Tonnen und gegenüber dem Vorjahr sogar bei 25 Mio. t. Und dies trotz einer eher schwachen US-Maisproduktion und der nach unten korrigierten Ernten in Südamerika. Allerdings dürften Argentinien und Brasilien mit 23 Mio. t und 59 Mio. t - trotz der Korrektur - immer noch neue Rekordernten erreichen. Die europäische Ernte sieht der IGC bei 65 Mio. t und damit ebenfalls leicht höher als im November und im historischen Vergleich auf Höchststand. Besonders kräftig musste der IGC die Ernten in der Ukraine und in China nach oben korrigieren, wobei die Ukraine auch im Export kräftig Marktanteile hinzugewonnen hat und möglicherweise rund 12 Mio. t Mais exportiert.
 
Auch der globale Verbrauch befindet sich auf Rekordstand und die Bestände schrumpfen trotz der Rekordproduktion im Vergleich zum letzten Jahr um sechs Millionen Tonnen auf 125 Mio. t auf den niedrigsten Stand seit 2006.
 
 
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