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Getreide

Getreidemarkt: Weizenbestände auf Allzeithoch

© Rainer Sturm
von , am
13.02.2012

Der aktuelle USDA-Report setzt die aktuellen Lagebestände an Weizen auf ein Allzeithoch, die weltweite Rekordernte wird bestätigt.

Mit Abschläge verabschiedete sich der Weizen ins Wochenende. © Mühlhausen/landpixel
Der Februarreport des US-Landwirtschaftsministeriums hat offenbar keine großen Überraschungen für die Märkte gebracht. Entsprechend waren die Reaktionen an Märkten auch relativ verhalten. Dies war bei den vorigen Reports teilweise anders.
 
Herauszuheben sind zwei Aspekte der aktualisierten Markteinschätzung des USDA. Zum einen bestätigen die US-Experten für dieses Wirtschaftsjahr noch einmal die weltweite Rekordernte bei Weizen und setzen die aktuellen Lagerbestände auf ein Allzeithoch.
 
Zum anderen berücksichtigt man die Folgen der Trockenheit in Argentinien und setzt die dortige Maisproduktion deutlich nach unten, mit entsprechenden Folgen für das globale Angebot und die Bestände beim wichtigsten Futtergetreide.

Die Auswirkungen des derzeitigen Kälteeinbruchs in den Schwarzmeerländern und Europa auf die Wintersaaten spiegeln sich hingegen ebenso wenig in den Daten wider, wie die Anbauausweitungen in den USA und Europa. Mengenmäßig sind diese Aspekte erst für das kommende Wirtschaftsjahr relevant, an den Terminmärkten sind diese Informationen jedoch schon eingepreist.

Weizen: Rekordernte und Rekordbestände

Beim Weizen korrigiert das USDA seine letzte Produktionsprognose nochmals leicht auf jetzt knapp 693 Millionen Tonnen nach oben. Damit wird der für dieses Wirtschaftsjahr bereits erwartete Produktionsrekord noch einmal bestätigt. Gleichzeit wachsen die Lagerbestände auf 213 Millionen Tonnen und erreichen damit ein neues Allzeithoch. Die globale Versorgungslage ist bei einer Bestands-Verbrauchs-Relation von 31 Prozent äußerst komfortabel und die Vorräte reichen für fast vier Monate. Damit ließen sich auch mögliche Ausfälle bei der nächsten Ernte gut kompensieren.
 
Gleichzeitig wird ein großer Teil der Mehrproduktion bei Weizen, wegen des knappen und teuren Mais, in die Futtertröge fließen. Die Exportmenge wächst ebenfalls leicht auf knapp 139 Millionen Tonnen und erreicht damit fast den Rekordwert von 2008.
 
Nochmals um eine Million Tonnen nach oben gesetzt hat das USDA die russischen Weizenexporte auf jetzt 20,5 Millionen Tonnen. Damit teilen sich die Russen gemeinsam mit Australien Platz zwei unter den größten Exporteuren. Die Weizenausfuhren der Ukraine wurden hingegen um rund eine Million Tonnen auf sechs Millionen Tonnen nach unten korrigiert. Die Ausfuhren Europas und Kanadas bleiben mit 17 Millionen Tonnen relativ stabil.

Mais: Bestände schrumpfen weiter

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Beim Mais revidiert das USDA die globale Produktionsmenge im Februarreport um vier Millionen Tonnen auf 864 Millionen Tonnen nach unten. Ursache sind die trockenheitsbedingten Produktionseinbußen beim weltweit zweitgrößten Maisexporteur Argentinien. Hier senkte das USDA die Produktionserwartung von 26 auf 22 Millionen Tonnen. Dagegen bleibt die erwartete Maisproduktion in Brasilien trotz der Trockenheit im Süden mit 61 Millionen Tonnen stabil. Ungeachtet der argentinischen Produktionskorrektur ist dies jedoch noch immer die mit Abstand größte Maisernte aller Zeiten. Dennoch deckt diese nicht ganz die Nachfrage, denn vor allem China und andere asiatischen Länder verbrauchen immer mehr Mais für ihre schnell wachsenden Tierbestände. Die Folge ist ein weiterer Bestandsrückgang auf 125 Millionen Tonnen und ein Verhältnis von Bestand zu Verbrauch von weniger als 15 Prozent bzw. einer Reserve die 52 Tage für die Versorgung der Welt reicht.
 
Der globale Maishandel wird trotz des deutlichen Rückganges der argentinischen Exporte um 1,5 auf 14 Millionen Tonnen dennoch nicht schrumpfen. Vielmehr springen andere Länder in die von Argentinien hinterlassene Lücke. So rechnet man damit, das die Ukraine die Maisexporte um weitere zwei Millionen auf 14 Millionen Tonnen ausdehnt und damit gemeinsam mit Argentinien auf Platz zwei der wichtigsten Exporteure liegt.
 
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