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Getreide

Getreidepreise aktuell: Weizen springt auf über 180 Euro

© Mühlhausen/landpixel
von , am
01.12.2014

Jeden Montag informieren wir Sie an dieser Stelle über die neuesten Entwicklungen der Getreidepreise. Unser Experte analysiert den Kassamarkt und wertet die Börsendaten aus.

Weizen Börse
Der Absturz der Weizenpreise geht  zum Beginn  dieser Woche weiter. © landpixel
In Europa haben die Weizenpreise zum Monatswechsel am Terminmarkt und am Kassamarkt einen kräftigen Sprung nach oben gemacht. Höhere Weizenpreise hat es zuletzt im Juli 2014 gegeben also vor gut fünf Monaten. Seit dem letzten Tiefpunkt Ende September haben die Weizenpreise am Terminmarkt damit rund 30 Euro zugelegt. Am deutschen Kassamarkt sind die Weizenpreise letzte Woche sogar noch kräftiger gestiegen als am Terminmarkt. Eine Ursache für den Preisanstieg ist der unveränderte starke Export der Europäer. Dieser zieht die Weizenpreise kräftig oben. Bereits im letzten Jahr waren die europäischen Weizenpreise aus dem gleichen Grund kräftig gestiegen und haben ebenfalls die ursprünglichen Erwartungen übertroffen.

Kassapreise steigen stärker als Terminmarktpreise

Am deutschen Kassamarkt sind die Weizenpreise letzte Woche kräftiger gestiegen als am Terminmarkt. Am deutschen Exporthafen in Hamburg handelte man den Brotweizen mit zwölf Prozent (%) Protein für Dezember am letzten Freitag mit 192 Euro je Tonne (Euro/t) und damit zehn Euro teurer als am Freitag zuvor. Die Preisangebote für Brotweizen zur Anlieferung im Januar lagen in Hamburg am Freitag bei 196 Euro/t. In der Vorwoche lag der Preis bei 187 Euro/t. Für A-Weizen mit 13 % Protein wurden in Hamburg für den Dezember 200 Euro/t. Für E-Weizen mit 14 % Protein lagen die Angebotspreise bei 222 Euro. Das sind jeweils zehn Euro mehr als in der Woche zuvor. Gleichzeitig wurde der Futterweizen mit 181 Euro notiert, was einem Plus von 14 Euro im Vergleich zu Woche davor entspricht. Im Großhandel in Frankreich kostet der Brotweizen mit elf Prozent Protein am wichtigsten Handelsplatz in Rouen am Freitag 182 Euro/t. Das sind sieben Euro mehr als in der Vorwoche.

Weizenpreise am Terminmarkt deutlich über 180 Euro

Die Weizenpreise haben am europäischen Terminmarkt im Verlauf der letzten Woche kräftig zugelegt und beendeten den Handel am Freitag bei 184,25 Euro/t. Am 21.November hatte der Weizen am europäischen Terminmarkt noch 177,75 Euro gekostet und damit 6,5 Euro weniger. Im Vergleich zu den Preisen vor einem Jahr kostet der Weizen am europäischen Terminmarkt derzeit rund 14 Euro weniger. Auch für die hinteren Termine sind die Preise im Verlauf der letzten Woche kräftig gestiegen. Der Märzkontrakt notierte am letzten Freitag bei 185 Euro und damit fünf Euro höher als in der Vorwoche und der Maitermin ging mit 187 Euro ebenfalls 5 Euro höher aus dem Handel.

Hintergrund: Auswinterungsgefahr in Russland und den USA

Ursache für diese Entwicklung ist neben dem hervorragenden Exportmöglichkeiten auch der sehr schwache Zustand des Winterweizens der neuen Ernte 2015 in Russland. Dort hat der Weizen seit dem Herbst deutlich zu wenig Regen bekommen. Gleichzeitig haben starke Fröste um 20 Grad Minus die geschwächten Pflanzen nach Meinung von Analysten bereits erheblich geschädigt und das russische Crop-Monitoring gibt dem Winterweizen immer schlechtere Noten. Russische Analysten haben ihre Ernteerwartung wegen des erwarteten Flächenverlust durch Auswinterung und der Ertragsdepressionen deshalb immer weiter nach unten korrigiert. Auch in den USA haben die starken Fröste in den Hauptanbaugebieten für Winterweizen die Pflanzen geschädigt, so dass das USDA den Zustand der Bestände, die sich in guter und sehr guter Verfassung befinden, in seinem letzten Crop-Monitoring um zwei Prozentpunkte nach unten gesetzt, worauf die US-Preise ebenfalls mit einem Anstieg reagierten.
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