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Frühjahrsdüngung

Gewässerrandstreifen: Bei der Düngung Abstand halten

Knigge-Sievers/ Djuren (LWK-Niedersachsen)
am
01.02.2016

Am 31. Januar endete die Sperrfrist für stickstoffhaltige Dünger. Bei ihrer Ausbringung sind neben den Düngeempfehlungen unbedingt die Abstände zu Gewässern einzuhalten. Immer wieder gibt es Verstöße.

Ab Anfang Februar (mit Ausnahmegenehmigung ab 16. Januar) können Landwirte wieder Gülle- und Gärreste auf Acker- und Grünlandflächen ausbringen, vorausgesetzt, der Boden ist nicht überschwemmt, wassergesättigt, gefroren oder durchgängig höher als 5 cm mit Schnee bedeckt ist.

In der Land & Forst (Ausgabe 3/2016) schreiben Andrea Knigge-Sievers und Jelko Djuren von LWK-Niedersachsen, auf was es noch zu achten gilt. Einen Auszug aus dem Text lesen Sie hier.

Abstände zu Oberflächengewässern einhalten

  • Bei der Düngung sind ausreichende Abstände zu Oberflächengewässern ein wesentlicher Schritt, um direkte Einträge von Düngemitteln in Gewässer oder ein nachträgliches Abschwemmen zu verhindern.
     
  • Bei der Ausbringung zum Ende des Winters ist wegen der zu erwartenden Frühjahrsniederschläge und möglicher Tauwetterereignisse unbedingt auf ausreichenden Abstand zum Gewässer zu achten. Dies gilt besonders bei Hanglagen und auf Flächen mit schwach entwickelten Pflanzenbeständen mit wenig Bodenbedeckung.
     
  • Bei der Breitverteilung von organischen Düngern und dem Einsatz von Mineraldüngerstreuern ohne Grenzstreueinrichtung beträgt der Abstand zur Böschungsoberkante 3 m. Dann ist gewährleistet, dass auch bei Windböen keine Düngemittel in den Böschungsbereich gelangen. Werden Techniken eingesetzt, die eine platzierte Aufbringung des Düngers gewährleisten (Schleppschlauch, -schuh oder Schlitzverfahren, Grenzstreueinrichtungen an Mineraldüngerstreuern, Flüssigdüngerausbringung mittels Feldspritzen), kann der Abstand auf 1 m verringert werden.

Strafen bei Düngemitteleinträgen

Die Prüfdienste der LWK Niedersachsen stellen in den vergangenen Jahren steigende Fallzahlen hinsichtlich Düngemitteleinträgen fest. Die Verursacher müssen mit Bußgeldern rechnen, zudem erfolgt über das Cross-Compliance-System eine Kürzung der Betriebsprämie.

Im Zuge der Novellierung der Düngeverordnung ist weiter mit einer Verschärfung der heute geltenden Vorschriften zu rechnen. Die Abstandsregeln gelten dabei nicht nur bei ständig wasserführenden Gewässern, sondern auch bei Gräben, die zum Düngungszeitpunkt trocken sind und nur gelegentlich bzw. nur im Winterhalbjahr Wasser führen. Die Gewässereigenschaft ist nicht an das Vorhandensein von Wasser gebunden.

Nicht nur der direkte Eintrag, auch Abschwemmungen müssen vermieden werden. Gewässerrandstreifen können dabei helfen, Einträge zu vermindern.

Gewässerrandstreifen erhalten

Nicht nur das Abpflügen der Grabenböschungen stellt eine Schädigung durch Nährstoffeintrag aus dem Boden (Phosphor) dar. Zudem kommt es danach zwangsläufig zu Einträgen von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, wenn bis an die auf der Böschungsoberkante liegende Pflugfurche gewirtschaftet wird.

Für Eigentümer und Nutzungsberechtigte gilt, dass die Gewässerrandstreifen im Hinblick auf ihre Schutzfunktionen erhalten werden müssen. Das Wasserhaushaltsgesetz sieht nach § 5 die allgemeine Sorgfaltspflicht vor.

Gewässerrandstreifen können zudem als Pufferstreifen entlang von Gewässern für die benötigte fünf Prozent ökologische Vorrangfläche angerechnet werden.

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