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Getreide

Gezielte Beregnung vermindert Ertragseinbußen

von , am
09.07.2010

Hannover - Die anhaltende sommerliche Hitze und der fehlende Regen stellen die Landwirte im Nordosten Niedersachsens vor echte Herausforderungen.

© agrarfoto.com

Im Nordosten Niedersachsens vertrocknen die Pflanzen auf den sandigen Böden, obwohl der Sommer gar nicht mal extrem trocken ist. Während die Gerste bereits abreife, befinde sich der Weizen noch in der Kornfüllungsphase. Besonders nach dem schwierigen Start im kalten und nassen Frühjahr könne eine ausreichende Wasserversorgung den Stress für die Pflanzen nun mindern. Nur wenn ausreichend Wasser zur Verfügung stehe, stimme auch der Ertrag, erklärte der Landesbauernverband.

Teure Technik sorgt für künstliches Nass

Bei den Kartoffeln stehe neben dem Ertrag auch die Qualität im Vordergrund. Die Beregnung der Bestände führe dazu, dass die Kartoffeln unter anderem weniger anfällig für Krankheiten wie Schorf seien. Laut Landvolkverband sind schon heute rund 90 Prozent des Ackerlandes im Nordosten Niedersachsens beregnungsfähig. Das heiße aber nicht, dass die Landwirte dies auch tun, denn die Beregnung koste viel Zeit und Geld. "Da wird mit ganz spitzem Bleistift gerechnet", erklärte Monika von Haaren von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Wie oft eine Frucht beregnet werde, richte sich immer nach dem Preis, der dafür erzielt werden könne.

Wasser optimal nutzen 

Zudem sei das Wasser limitiert. Je nach Landkreis dürften nur bis zu 80 Liter pro Quadratmeter und Jahr für die Bewässerung der Feldfrüchte entnommen werden. Das entspreche maximal 75 Prozent der Grundwasserneubildung in dem jeweiligen Gebiet. Um auf extreme Jahre reagieren zu können, werde diese Menge auf sieben Jahre verteilt. Alles was im Vorjahr über dem Limit gelegen habe, müsse demnach in den folgenden Jahren eingespart werden. Zusätzlich setzten die Landwirte bei der Planung der Beregnung noch auf den Deutschen Wetterdienst und ihre eigene langjährige Erfahrung, so der Landvolkverband.

Wasserstress vermeiden 

Wenn sich das Klima tatsächlich ändere, werde der Wasserbedarf jedoch noch steigen. Wie das Wasser effizienter eingesetzt werden könne, werde derzeit in verschiedenen Anbausystemen untersucht. Dabei werde über Sensoren die Bodenfeuchte gemessen und zusammen mit den Niederschlags- und Temperaturdaten berechnet, zu welchem Zeitpunkt das kostbare Nass am besten eingesetzt werden sollte: Nicht zu früh, um Wasser zu sparen, und nicht zu spät, um den Stress für die Pflanzen möglichst gering zu halten. Zwischen diesen beiden Polen müssten die Landwirte die Balance halten. (AgE)

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