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Getreide

Große Preisschwankungen an den Terminmärkten

von , am
30.07.2012

Chicago/Paris - Die extremen Preissschwankungen an den Terminmärkten halten an. Weizen, Mais und Soja rutschten vergangene Woche ins Limit Down. Am Folgetag gab es wieder Rekordpreise.

© agrar-press
Am Dienstag sorgten die Schatten der Euro-Schuldenkrise, Regenprognosen im dürregeplagten Amerika sowie Gewinnmitnahmen zu massiven Liquidationen. Weizen, Mais und Soja an der CBoT in Chicago rutschten zweitweise ins Limit down (größtmöglich erlaubter Kursverlust an einem Handelstag). Auch die Euronext in Paris stürzte tief ins Rot. Am Mittwoch ging es dann angesichts der weltweit knappen Versorgungsbilanzen fast ebenso steil wieder bergauf, ehe der Donnerstag und Freitagvormittag wieder Entspannung brachten.
 
Gegen Freitagmittag drehte der November-Weizenfutures an der Euronext dann wieder leicht ins Plus, blieb aber immer noch unter der 260-Euro-Marke.
 

Russland: Gerüchte um Exportrestriktionen

Zu dem nervösem Auf und Ab trugen maßgeblich Gerüchte bei, Russland könnte 2012/13 wegen seiner schlechten Ernteergebnisse so wie schon 2010 über Nacht Exportrestriktionen verhängen. Umgehende Dementi aus Moskau sowie ein Weizentender des Iraks, den Russland mit 150.000 Tonnen bediente, bremsten das bullishe Sentiment umgehend wieder.
 
IGC revidiert globale Maisernteprognose dramatisch nach unten
 
Der internationale Getreiderat IGC mit Sitz in London nahm in seinem Juli-Grain Market Report gegenüber dem Juni vor allem seine Prognose für die globale Maisversorgungsbilanz 2012/13 dramatisch zurück.
Erntefortschritt: Exportsaison der Europäischen Union läuft an
 
Die Exportsaison in der EU läuft mit den Erntefortschritten in Frankreich an. In der Europäischen Unnion addieren sich die Ausfuhren seit dem 1. Juli auf rund 1,5 Millionen Tonnen (Mio. t) Getreide. 613.000 Tonnen (t) Weizen und 670.000 t Gerste wurden in den ersten vier Wochen des Wirtschaftsjahrs exportiert oder mit Lizenzen versehen, berichtete die EU-Kommission im Verwaltungsausschuss in Brüssel.
 
Zwischen dem 18. und dem 24. Juli vergab die Kommission Ausfuhrlizenzen für 312.000 t Weizen. 239.000 t wurden davon in Frankreich beantragt, 38.000 t in Rumänien und 26.000 t in Deutschland.
 
Händler beantragten zudem in diesem Zeitraum Ausfuhrlizenzen für 238.000 t Gerste. Davon kamen Anfragen für 173.000 t aus Deutschland.
 
Die EU-Kommission berichtete in ihrer Zusammenfassung der Geschäftstätigkeiten, Tunesien habe 125.000 t Weizen zu 330,89 bis 343 US-Dollar (269,89 bis 279,77 Euro) pro t c&f gekauft. Japan soll aus der Schwarzmeerregion zur Lieferung im August und September 90.000 t Futterweizen zu 330 US-Dollar (269,17 Euro) pro t c&f beziehen. Schließlich habe Jordanien für 100.000 t Weizen aus verschiedenen Herkünften 343 US-Dollar (279,77 Euro) pro t c&f bezahlt.
 
 
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