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Getreide

Die häufigsten Fehler bei der Aussaat von Sommergerste

© Steve ohne S/aboutpixel
von , am
11.03.2015

Um in der kurzen Vegetationszeit von 130 Tagen maximale Erträge zu erzielen, sollten folgende Fehler bei der Aussaat vermieden werden. Lesen Sie hier, worauf es ankommt.

Das LTZ Augustenberg prüfte Wintergerste-Sorten. © Günter Havlena/Pixelio
Aussaatfehler setzen die Qualität der Sommergerste auf's Spiel. Das wirkt sich nicht nur auf die Keimfähigkeit oder den Vollgerstenanteil, sondern später auch auf den Eiweißgehalt der Sommergerste aus. Zu den häufigsten Fehlern bei der Aussaat gehören unter anderem eine mangelndeBodenbearbeitung im Zusammenhang mit einer falschen oder gar keiner Einarbeitung der Ernterückstände, die Auswahl eines falschen Aussaatzeitpunktes, sowie der Anbau der Sommergerste nach stickstoffbindenden Früchten.
 

1. Fehler bei der Bodenbearbeitung

  • Keine oder eine unzureichende Stoppelbearbeitung nach dem Anbau von Halmvorfrüchten: Das führt zu einem langsamen Verrotten der Erntereste. Damit stehen dem Boden weniger organische Stoffe zur Verfügung.
  • Keine Einarbeitung der Ernterückstände nach Vorfrüchten wie zum Beispiel Weizen und Mais: Gefahr einer Fusariuminfektion.
  • Der Anbau von Gerste auf Staunässe: Schlecht durchlüftete Böden.
  • Zu kalte und zu nasse Böden bei der Aussaat: Für eine optimale Entwicklung bevorzugen Gerste trockene und leicht erwärmbare Böden.

2. Falscher Aussaatzeitpunkt

Gerste darf nicht zu spät aber auch nicht zu früh ausgesät werden. Sie hat eine kurze Vegetationsphase von nur 110 bis 130 Tagen, deswegen ist die Auswahl des richtigen Zeitpunktes für ihre Entwicklung entscheidend. Der optimale Saattermin ist  Ende Februar bis Anfang April. Vor und nach diesen Terminen ist die Aussaat der Sommergerste ungünstig. Eine falsche Einstellung der Sämaschine bedeutet eine zu niedrige oder unzureichende Tiefe beim Säen. Daher ist es wichtig die richtige Aussaattiefe von 2 bis zu 4 cm auszuwählen. Auch die Reihenabstände sollen korrekt eingestellt weden, das heißt9 bis 13 cm.
 

3. Ungeeigneter Boden

  • Gerste soll nicht nach Leguminosen oder auf Böden, die sehr stark mit Wirtschaftsdünger gespritzt wurden angebaut werden. Diese Böden können unkontrolliert Stickstoff nachliefern, was sich negativ auf den Rohproteingehalt der Gerste auswirkt.
  • Stickstoffbildende Pflanzen sind unter anderem: Klee, Kleegras, Luzerne, Erbsen, Wicken, Ackerbohnen und Körnermais.

4. Falsche Saatstärke der Sommergerste

Je Quadratmeter (qm2) werden 280 bis zu 400 Körner Sommergerste ausgesät.
  • Frühere Saat: hier reichen bereits 280 Körnern je qm2 ausgesät werden, daher sollte die Aussatmenge nicht überschritten werden.
  • Leichte Böden: Eine Aussaatmenge von 280 bis 300 Körnern je qm2 fördert die Kornausbildung. Höhere Mengen bei der Aussaat  können zu Wassermangel führen.
Die Verwendung von mehr als 400 Körnern je qm2steigern die Krankheitsgefahr und verschlechtern die Kornqualität.

5. Verzicht auf mechanische Pflege

  • Keine mechanischen Maßnahmen zur Keim- und Aufgangsförderung
  • Keinen Einsatz von Maßnahmen zur Lüftung des Bodens und mechanische Unkrautbekämpfung (Walzen, Striegehln, Eggen).
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