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Unkrautbekämpfung

Herbizide im Sommergetreide: Kurzes Zeitfenster optimal nutzen

Unkrautbekämpfung im Weizen
am
22.02.2019

Auch wenn dieses Jahr wieder deutlich weniger Sommergetreide auf den Feldern steht, ist bei der Unkrautbekämpfung Aufmerksamkeit gefragt. Wird der Behandlungstermin verpasst, konkurrieren beide zeitgleich um Nährstoffe, Wasser und Licht.

Wie das Sommergetreide selbst wachsen auch die Unkräuter im Frühjahr schneller als bei Herbstsaaten. Damit schrumpft das mögliche Zeitfenster für einen Herbizideinsatz.

Konkurrenz droht dem Sommergetreide vor allem durch zweikeimblättrige (dikotyle) Unkräuter. Darauf muss der Herbizideinsatz schwerpunktmäßig abzielen. Eine Tabelle der zugelassenen Mittel und ihrer Wirkung finden Sie im Download unten.

Ungräser wie Ackerfuchsschwanz oder Windhalm laufen als Herbst- und Winterkeimer im Frühjahr nur bedingt oder gar nicht auf. Eine Ausnahme bildet das einjährige Ris­pengras. Es kann besonders auf humosen Böden oder in einer engen Fruchtfolge mit Hackfrüchten zum Problem werden. Hier ist die Mittelwahl äußerst beschränkt.

Kostenloser Download: Herbizidtabelle 2019

Iodosulfuron gegen Gräser

Der Wirkstoff Iodosulfuron ist der wirkungsstärkste gegen Einjährige Rispe und enthalten in Husar OD oder Husar Plus. Beide Produkte dürfen in Sommergerste und Sommerweizen eingesetzt werden.

Die Aufwandmenge beträgt 0,15 l/ha bei Husar Plus und 0,075 l/ha bei Husar OD. Der im Pack mitvertriebene Wirkungsverstärker Mero wird in einigen Beratungsregionen zu Sommergetreide aus Verträglichkeitsgründen nicht empfohlen.

Neben den Gräsern erfassen die Husar-Produkte Kreuzblütler wie Hederich, Hirtentäschelkraut und Ausfallraps sowie Klettenlabkraut, Vergissmeinnicht, Vogelmiere und Kamille sicher.

Wuchsstoffe entlasten Sulfonyle

Um die Wirkung auf Stiefmütterchen und Knötericharten abzurunden, empfiehlt sich der Einsatz eines wuchsstoffhaltigen Herbizids.

Das ist auch vor dem Hintergrund eines Resistenzmanagements sinnvoll und entlastet die Herbizidresistenz der ALS-Hemmer (Sulfonylharnstoffe), die im Wintergetreide häufig zum Einsatz kommen. Iodosulfuron als Vertreter der ALS-Hemmer gilt als hoch resistenzgefährdet.

Was gegen Zweikeimblättrige wirkt

Für Standorte mit geringem oder gar keinem Ungrasdruck steht eine breite Mittelpalette zur Verfügung. Die Basis bildet im Beratungsgebiet der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen seit Jahrzehnten schon Concert SX, das in den letzten Jahren zahlreiche generische Brüder bekommen hat.

Die Aufwandmenge variiert je nach Standort und Größe des Unkrauts zwischen 0,075 und 0,1 kg/ha. Bei voller Aufwandmenge lässt sich Concert SX auch eine gewisse Gräserwirkung nachsagen.

Achten Sie bei den Generika genau auf die zugelassene Aufwandmenge, weil die Wirkstoffkonzentration variieren kann. Auch Concert SX sollte aus Resistenzgründen mit einem Wuchsstoff kombiniert werden.

Kürzlich zugelassene Mittel wie Duplosan Super, Omnenra LQM, Pixxaro EC oder Zypar versprechen eine gute Breitenwirkung. Auf Standorten ohne Gräserdruck sind sie auch solo einzusetzen.

Während in Sommerweizen, Sommergerste und Hafer noch die meisten Produkte zugelassen sind, schränkt sich die Herbizidauswahl in Sommerroggen oder -triticale deutlich ein. Hier sticht Biathlon 4D heraus, das in allen Winter- und Sommergetreidearten zugelassen ist. Auch das neue Duplosan Super besitzt eine breite Zulassung.

Blattwirksame Mittel nicht zu früh verschießen

Alle Herbizide fürs Sommergetreide wirken vor allem über das Blatt. Setzen Sie sie daher nicht zu früh ein. Damit ist gewährleistet, dass die meisten Unkräuter auch aufgelaufen sind. Ein zu später Einsatz birgt allerdings das Risiko, dass sich die Unkräuter gegenseitig abdecken und nicht mehr ausreichend benetzt werden können. Zudem stößt die Leistung der Wirkstoffe bei zu großen Unkräutern an ihre Grenzen.

Zur späten Nachbehandlung sind dann nur noch wenige Produkte verfügbar. Bis zum Ende des Schossens im BBCH-Stadium 39 lassen sich noch Fluroxane, Axial 50, Biathlon 4D, Tomigan 200 oder U-46 M-Fluid einsetzen. Darüber hinaus können bis BBCH 45 (Mitte Ährenschwellen) noch Pixxaro und Zypar verwendet werden.

Mit Material von Michael Dunker, LWK Niedersachsen

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