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Getreide

Hessen: Getreideernte zieht sich

© agrar-press
von , am
13.08.2012

Wiesbaden - Das wechselhafte Wetter behindert den Erntefortschritt in Hessen. Bis Freitag waren in Nordhessen und den Mittelgebirgslagen kaum Weizenfelder gedroschen.

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"Aufgrund der wechselhaften Witterung verläuft die Getreideernte in diesem Jahr sehr schleppend. Während in Süd- und Mittelhessen gerade mal 30 bis 40 Prozent des Winterweizens gedroschen sind, steht der Weizen in Nordhessen und in den Mittelgebirgslagen noch fast vollständig auf dem Halm", berichtet Friedhelm Schneider, Präsident des Hessischen Bauernverbandes, in einer ersten Zwischenbilanz.
 
Nur die Wintergerste sei bis auf einige Restflächen in den Höhenlagen weitgehend abgeerntet. Auf etwa einem Viertel der Roggen- und Rapsflächen stehe die Ernte noch bevor.

Auswinterungsschäden: Bis zu 40 Prozent der Wintergerste umgebrochen

"Die Auswinterung von Wintergerste, Winterweizen und Winterraps hat deutliche Spuren hinterlassen. Etwa 30 bis 40 Prozent der Wintergerste und ein Drittel des Winterweizens mussten umgebrochen werden", informiert Schneider. In entsprechendem Umfang wurde hauptsächlich Sommergerste, Sommerweizen und zum Teil auch Mais nachgesät.
 
Im Schnitt der letzten Jahre hätten die hessischen Bauern insgesamt rund 2,1 Millionen Tonnen Getreide pro Jahr geerntet. Dieses Niveau werde man 2012 nicht erreichen, weil die dünnen Bestände aufgrund des kalten Winters sehr niedrige Erträge bringen.

Schneider: Hohe Getreidepreise kommen nicht bei Landwirten an

"Wegen der anhaltenden Dürre in den USA und in Osteuropa bei gleichzeitig steigendem Verbrauch ist Weizen in diesem Jahr weltweit knapp. Der Bedarf ist höher als die Erntemengen", so Schneider. Allerdings kämen die dadurch bedingten derzeit hohen Börsennotierungen von 260 Euro je Tonne Weizen bislang noch nicht bei den Bauern an. Auf den internationalen Märkten herrsche eine große Unsicherheit, unter anderem hervorgerufen durch Meldungen über dürrebedingte Missernten in Nordamerika und der Schwarzmeerregion.
"Wir brauchen jetzt sonniges und trockenes Erntewetter, damit der Weizen und das Sommergetreide endlich reif werden und in den nächsten Tagen und Wochen ohne Qualitätsverluste gedroschen werden kann", hofft Schneider. 

 
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