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Getreide

Hessen: Positives Erntefazit

von , am
20.09.2011

Wiesbaden - Die Getreideernte in Hessen bleibt nur fünf Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Auch die geforderten Qualitäten wurden erreicht.

© Sven Brentrup/aboutpixel.de
Trotz widriger Witterungsbedingungen und entgegen eher pessimistischen Prognosen hat die Getreideernte 2011 für die hessischen Betriebe noch einigermaßen zufriedenstellende Erträge und Qualitäten gebracht. Das hat Hessens Landwirtschaftsministerin Lucia Puttrich mit Blick auf die vorläufigen amtlichen Druschergebnisse festgestellt.
 
Mit einer Gesamtmenge von 1,99 Millionen Tonnen bei einem Durchschnittsertrag von 66,6 dt/ha handle es sich um eine von der Menge und Qualität her noch gute Ernte, die vom Gesamtaufkommen her nur um knapp fünf Prozent unter dem Vorjahresergebnis liege und den bundesweiten Durchschnittsertrag um fast 3 dt/ha übertreffe, erklärte Puttrich. Damit sehe es in Hessen nicht so schlimm aus wie in anderen deutschen Regionen.

Erntemengen regional sehr unterschiedlich

Allerdings seien starke Schwankungen der Erntemengen, selbst innerhalb einer Region, festgestellt worden. "In der Aufwuchsphase zu trocken, in der Erntephase zu nass und am Schluss noch Starkniederschläge und teilweise Hagel - das waren Bedingungen, unter denen natürlich keine Spitzenernte zu erwarten war", erläuterte die Ministerin. Dennoch könnten die vom Markt geforderten Qualitäten weitestgehend eingehalten werden.
 
Getreide: Erzeugerpreise steigen um 30 Prozent
 
Puttrich hob hervor, dass sich die Einnahmesituation in der Landwirtschaft indes in diesem Jahr deutlich besser als in den Vorjahren gestalte. Die Erzeugerpreise für Getreide lägen derzeit zwischen zehn und 33 Prozent sowie für Raps um 23 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. "Da die weitere Preisentwicklung jedoch unsicher ist, sind Einlagerungen genau abzuwägen", empfahl die Ministerin.
 
Tendenziell könne mit steigenden Preisen gerechnet werden, da die unbefriedigende Erntesituation in verschiedenen Anbauregionen der Welt auf eine größere Nachfrage nach heimischem Getreide hindeuteten.
 
Winterraps: Ertrag 20 Prozent unter 2010
 
Beim Winterraps sei der Ertrag mit 32 dt/ha um fast 20 Prozent niedriger als im vergangenen Jahr und um gut 17 Prozent geringer als im Durchschnitt der letzten Jahre ausgefallen, führte Puttrich aus. Hier hätten sich die schlechten Aussaatbedingungen im Herbst 2010 sowie die Trockenheit im Frühjahr und Frühsommer dieses Jahres besonders ausgewirkt, was im gesamten Bundesgebiet zu geringeren Rapserträgen geführt habe.
 
Heu: Preise doppelt so hoch wie im Vorjahr
 
Die Futterversorgung der hessischen Tierhaltungsbetriebe sieht die Ministerin weitestgehend gesichert, auch wenn es hier aufgrund der zunächst fehlenden und dann dauerhaft einsetzenden Niederschläge zu Problemen und deutlichen Mindererträgen kam. Daher seien die Preise für Heu teilweise um bis zu 50 Prozent gegenüber 2010 gestiegen. "Insgesamt aber sind die hessischen Betriebe wohl noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen", stellte Puttrich abschließend fest. Die Erzeugerpreise für Halmgetreide und Raps liegen deutlich über dem Niveau von 2010 - Landwirtschaftsministerin Puttrich sieht die Futterversorgung der Tierhaltungsbetriebe weitestgehend gesichert.
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