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Getreide

Hitzewelle stützt Gerstenpreis

von , am
21.07.2015

Der bundesweite Gerstenpreis liegt mit gut 150 Euro je Tonne deutlich über dem Vorjahresniveau. Die Getreidepreise werden angesichts der Hitzewelle und den korrigierten Ernteerwartungen vorerst stabil auf gutem Niveau bleiben.

Syngenta bezahlt Landwirten, die mit ihren Hybridgerstensorten nicht mindestens 5 Dezitonnen mehr je Hektar ernten 70 Euro je Hektar zurück. © Tamara Ludwig
Die Gersten- und Weizenpreise liegen derzeit deutlich über dem Vorjahresniveau (ca. + 10 Euro). In der Woche bis zum 19. Juli lag der bundesweite Gerstenpreis bei 150,42 Euro je Tonne. Das ist gegenüber der Vorwoche ein Minus von rund einem Euro. Die Preise für Weizen und damit auch für Gerste sollten jedoch erst einmal stabil auf guten Niveau bleiben. Die aktuelle Hitzewelle in Europa sowie die Abwärtskorrekturen beim Crop-Monitoring in Frankreich als auch die zuletzt immer weiter nach unten korrigierten Erwartungen an die europäischen Ernten stützen die Preise.

Gerstenertrag: 6,8 Tonnen pro Hektar

Laut Erntebericht des Bauernverbands lassen die bisherigen Druschergebnisse der Gerste im Bundesdurchschnitt einen Hektarertrag von gut 6,8 Tonnen erwarten. Dem rheinischem Bauernverband zufolge fällt die Gerstenernte im Rheinland besser aus als erwartet. Die Gerstenbestände haben aber nicht so sehr unter der Trockenheit dieses Sommers gelitten. Anders sieht es beim Weizen aus: Die Körner sind in diesem Jahr nicht so dick, denn seit April fehle es an Niederschlag.
 
Die Gesamterntemenge an Wintergerste schätzt der DBV derzeit deshalb auf 8,6 Millionen Tonnen, womit das Vorjahresergebnis in Höhe von 9,5 Millionen Tonnen um neun Prozent verfehlt werden würde.

USDA: Gerstenernte deckt nicht den Bedarf

Die globale Gerstenernte deckt im Wirtschaftsjahr 2015/16 nicht den weltweiten Bedarf. Davon geht das USDA in seinem aktuellen Juli-Report aus und bestätigt damit noch einmal die bereits im Juni getroffen Einschätzungen. Die globalen Bestände schrumpfen deshalb im Jahresvergleich recht deutlich und auch der Welthandel geht im neuen Wirtschaftsjahr zurück. Auf knapp 138 Mio. t schätzt das USDA die neue globale Gerstenernte 2015/16 in seinem Julireport und damit 0,7 Mio. t kleiner als noch im Juni (138,5 Mio. t). 
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