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Getreide

IGC erwartet deutlich kleinere Weizenernte als USDA

© landpixel
von , am
04.06.2013

Um 20 Millionen Tonnen liegen die Schätzungen des Internationalen Getreiderates und des USDA bei der globalen Weizenernte auseinander. Im Vergleich zum April hat der IGC seine Prognose leicht nach oben gesetzt.

Trockene Regionen werden trockener, feuchte feuchter. Der DWD sieht keinen Grund, warum dieser Trend nachlassen sollte. © Marco Barnebeck(Telemarco)/pixelio
Der Internationale Getreiderat (IGC) schätzt die globale Weizenernte 2013 erheblich kleiner ein als das US-Landwirtschaftsministerium (USDA). Der Abstand zwischen beiden Prognosen beträgt rund 20 Millionen Tonnen (Mio. t). Ursache ist vor allem die vom IGC deutlich vorsichtiger eingeschätzte Weizenernte in Russland, der Ukraine und Kasachstan.
 
Im Vergleich zur Aprilprognose hat der IGC seine Gesamtprognose nur ganz leicht nach oben gesetzt. Ursachen sind die etwas größer erwarteten Ernten in Kanada und in Indien.

Schwarzmeerländer ernten weniger

Mit den Ernteschätzungen für Russland (52 Mio. t), der Ukraine (20 Mio. t) und Kasachstan (14 Mio. t) bleibt der Getreiderat sehr deutlich unter den Prognosen des USDA. Auch die gerade anlaufende Ernte in China sieht der IGC mit 118 Mio. t rund drei Millionen Tonnen kleiner als das USDA.

Übereinstimmung zur US-Ernte

Für die USA selbst erwartet der IGC mit 56 Mio. t eine ähnlich große Produktion wie das USDA und damit eine rund zehn Prozent kleinere Ernte als im letzten Jahr. Auch für Australien und für Kanada stimmt die Prognose von IGC und USDA überein.
Für die Europäische Union schätzt der IGC die Ernte auf 138,2 Mio. t und bleibt damit ganz leicht und die Prognose des USDA von 138,7 Mio. t. Einzig für Indien rechnet der IGC die Ernte besser ein als das USDA.
Insgesamt erreicht die neuen globale Weizenernte damit jedoch bestenfalls die Größenordnung des Jahres 2008.

Fast kein Bestandsaufbau möglich

Die globale Verbrauchsmenge schätzt der IGC auf 680 Mio. t und damit nur zwei Millionen Tonnen größer als im letzten Jahr. Dabei soll der Verbrauch von Futterweizen sogar kleiner ausfallen als im deutlich enger versorgten letzten Jahr. Grund ist ganz offensichtlich die deutlich größer erwartete globale Maisernte.
 
Dennoch nehmen die Bestände nur ganz moderat zu. Insbesondere bei einigen großen Exporteuren wie Russland, Ukraine, Kasachstan und Australien sind die Bestände in diesem Wirtschaftsjahr kräftig abgeschmolzen. Dies wird auch die Exportmöglichkeiten dieser Länder (trotz besserer Ernten) beeinträchtigen.

Weniger Weizen für den Export

Der IGC hat die erwartete globale Handelsmenge mit 136,8 Mio. t im Vergleich zum USDA ebenfalls deutlich niedriger angesetzt. Ursache ist die deutlich unter den Erwartungen des USDA bleibenden Weizenexporte für Russland, die Ukraine und Kasachstan.
 
Anderseits geht der Internationale Getreiderat von höheren Exporten der USA, Australiens und der EU aus, denn der Wettbewerbs- und Preisdruck vom Schwarzen Meer wäre nach der Prognose des IGC weniger stark. 

Weizenpreise deutlich schwächer

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Am Großmarkt in Hamburg wurde Brotweizen zum Monatswechsel für 226 Euro/t gehandelt. Von Ende April bis Ende Mai habend die Kassapreise für Brotweizen damit deutlich nachgegeben. Am europäischen Terminmarkt in Paris kostete neue Ernte (November) zum Monatswechsel rund 206 Euro.
 
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