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Getreide

IGC: Hohe Getreidepreise drosseln Verbrauch

© Mühlhausen/landpixel
von , am
26.10.2012

Der Internationale Getreiderat hat die globale Getreideernte erneut nach unten korrigiert. Die Versorgungslage ist knapp, hinzu kommen hohe Preise, die den Gesamtverbrauch drosseln.

An der Matif war die Tonne Weizen nur noch 146,75 Euro je Tonne wert. © Mühlhausen/landpixel
Der Internationale Getreiderat (IGC) hat die globale Getreideernte ein weiteres Mal nach unten geschätzt. In ihrer Oktoberprognose korrigierten die IGC-Analysten die globale Gesamternte gegenüber dem Vormonat um sechs Millionen Tonnen (Mio. t) auf 1761 Mio. t nach unten. Im Vergleich zur vorigen Ernte ist die aktuelle Getreideproduktion damit um fünf Prozent oder knapp 90 Mio. t kleiner.

Getreideverbrauch geht zurück

Erstmals seit dem Wirtschaftsjahr 1998/99 geht nun auch der Getreideverbrauch zurück. Diese Entwicklung verdeutlicht in Verbindung mit den schrumpfenden Lagerbeständen die sehr enge globale Versorgungslage und die Auswirkungen der hohen Preise. Die weltweiten Endbestände schrumpften um weitere vier Millionen Tonnen auf 328 Mio. t und damit auf den niedrigsten Stand seit 2007. Betrachtet man allein die Lagerbestände großen Exporteure, ist dies sogar der niedrigste Lagerbestand seit 17 Jahren.

Anhaltend hohe Weizenpreise

Die weltweite Weizenproduktion nah der IGC im Vergleich zur letzten Prognose um zwei Millionen Tonnen auf 655 Mio. t zurück. Ursache sind die niedrigeren Erträge in der EU (Vereinigtes Königreich) und in Kasachstan sowie Korrekturen bei den Ernteerwartungen in Australien und in Argentinien. Vor allem in Australien könnte es nach Einschätzung von Analysten noch zu weiteren Korrekturen nach unten kommen. Der IGC schätzt die Aussichten für den Weizenmarkt bzw. die Weizenpreise grundsätzlich als bulish ein. Hauptgrund ist das sehr begrenzte Exportangebot.

Exportstopp der Ukraine wirkt

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Das von der ukrainischen Regierung am Dienstag mit Wirkung vom 15. November bestätigte Exportverbot sorgte diese Woche bereits für einen kräftigen Anstieg der Exportpreise bei Weizen. Der IGC kürzte außerdem in seiner Prognose auch die Exportaussichten für die USA. Grund sind die im vergleich zu den europäischen und argentinischen Wettbewerbern zu hohen US-Preise. Auch für Australien setzte der IGC wegen der kleineren Produktion die Exportwartungen nach unten. Dagegen setzte man die Ausfuhren Indiens nach oben. Auch dass USDA hat die indischen Weizenexporte im Oktober auf sechs Millionen Tonnen geschätzt, nach Ausfuhren von 1,6 Mio. t im letzten Jahr.

Maisimporte der EU steigen

Die globale Maisernte wurde vom IGC um rund drei Millionen Tonnen auf 830 Mio. t reduziert. Begründet wurde diese weitere Korrektur mit der schwachen Ernte in Südeuropa. Dabei setzte die IGC-Analysten die Importmenge der EU nach oben, während man die Einfuhren Chinas wegen der sehr guten Ernte reduzierte und für Mexiko ebenfalls nach unten setzte.
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