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Getreide

IGC: Weizenernte schrumpft weiter

von , am
24.08.2012

Am internationalen Weizenmarkt klafft zwischen Produktion und Verbrauch eine immer größere Lücke. Nach der neuesten Prognose des Internationalen Getreiderates (IGC) kann der Bedarf nur durch einen weiteren Rückgriff auf die Lagerbestände gedeckt werden.

In NRW wurde dieses Jahr mehr Weizen und mehr Triticale angebaut. © www.bootsteg.de/Fotolia.com
In der Folge gehen die globalen Weizenbestände um 17 Millionen Tonnen (Mio. t) auf 180 Mio. t zurück. Verantwortlich für die aktuelle Korrektur der globalen Produktion nach unten ist die weiter schrumpfende Weizenernte Russlands. Dazu kommen die sich verschlechternden Ernteaussichten Australiens.

Verbrauch insgesamt stabil

In seiner aktuellen Prognose nimmt der Internationale Getreiderates (IGC) die aktuelle globale Weizen-Produktion um drei Millionen Tonnen auf 662 Mio. t zurück. Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Erntemenge damit sogar 34 Mio. t kleiner.
 
Der Verbrauch bleibt gegenüber der vorigen Prognose mit 679 Mio. t hingegen stabil, jedoch kommt es zu Verschiebungen zwischen den Nutzungsarten. Während der Verbrauch von Nahrungs- und Industriegetreide zunimmt, geht der Einsatz als Tierfutter im Vergleich zur letzten Prognose zurück.

Russlands Ernte kleiner als 2010

Verantwortlich für die Produktionsrücknahme ist insbesondere die Entwicklung am Schwarzen Meer. Auf Basis der neuesten Ertragszahlen hat der IGC die russische Weizenernte auf nur noch 41 Mio. t zurückgenommen. Damit wäre die russische Weizenproduktion kleiner als im Dürrejahr 2010 als die Russen 41,5 Mio. t Weizen erntenden und ein Exportstopp verhängten.
 
Die Produktionsrücknahme bestätigt aktuell auch das russische Analystenhaus SovEcon, dass seine Prognose am Donnerstag sogar auf 39 Mio. t reduzierte und noch damit unter dem Wert des IGC blieb. Im Vergleich zum Vorjahr (56 Mio. t) wär die russische Ernte damit um 30 Prozent (%) kleiner.

Weniger Futterweizen gehandelt

Die aktuelle Handelsmenge belässt das IGC bei 133 Mio. t, dies sind allerdings 13 Mio. t weniger als im letzten Jahr. Insbesondere die preisbedingt geringere Nachfrage nach Futterweizen reduziert den Welthandel deutlich. Wegen der schwachen Ernte Russlands erwartete Exportbeschränkungen dürften die Handelsmengen weiter reduzieren und sich auch auf die Exportpreise auswirken.
 
Nach bisherigen Schätzungen belaufen sich die russischen Exportmöglichkeiten allenfalls auf vier bis sechs Millionen Tonnen. Davon dürften bis Ende August vier Millionen Tonnen schon exportiert sein.

USA: Dürre behindert Aussaat

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
In den USA ist die diesjährige Weizenernte besser ausgefallen als man zunächst erwartet hatte. Allerdings gibt es bei der jetzt anstehenden Aussaat des Winterweizens massive Probleme, denn die Böden sind vielfach extrem trocken. Damit beeinflusst die Dürre in den USA nicht nur die aktuelle Mais- und Sojaernte sondern möglicherweise auch schon die nächste Weizenernte.
 
Derzeit ist der Weizen in den USA im Vergleich zu europäischen Wettbewerbern sehr teuer, wie die letzten beiden Auktionen des weltweit größten Importeurs Ägypten gezeigt haben.
 
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