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Getreide

Januar zu warm - Düngungs-Strategien im Weizen planen

© Mühlhausen/landpixel
von , am
04.02.2015

Zu warm und zu viel Wasser. Die Witterung der letzten Wochen ließ die Pflanzen nicht zur Ruhe kommen. Das muss in die Düngeplanung mit einbezogen werden. Die Yara GmbH hat unterschiedliche Strategien getestet.

Laut Umweltbundesamt staginiere der Stickstoffüberschuss mit 97 kg N/ha auf hohem Niveau. © Mühlhausen/landpixel
Aufgrund der durchschnittlich zu hohen Temperaturen in den letzten Wochen ist das Wachstum der Pflanzen vielerorts nicht zur Ruhe gekommen. Die Durchschnittstemperatur im Januar betrug 2,1 Grad Celsius (°C) und lag damit um 1,7 Grad über dem Schnitt im Zeitraum 1981 bis 2010. Laut Deutschem Wetterdienst fiel der Januar insgesamt sehr mild und niederschlagsreich sowie sonnenscheinarm aus. Durch häufig westliche Wetterlagen war im Januar von frühlingshafter Wärme mit Rekordtemperaturen über schwere Stürme bis hin zu kurzen Winterintermezzos alles im Angebot. Mit 87 Litern pro Quadratmeter (l/m²) übertraf der Monat zudem sein Soll von 61 l/m² Niederschlag um 42 Prozent.
 
Durch die zu warme Witterung haben die Pflanzen bereits große Nährstoffmengen aufgenommen, wie es beim Infoportal effizient düngen der Yara GmbH heißt. Zudem hätten die hohen Niederschläge in den letzten Wochen zu wassergesättigten Böden geführt, weshalb damit zu rechnen sei, dass der pflanzenverfügbare Stickstoff und Schwefel in tiefere Bodenschichten verlagert wurde. Für konkrete Empfehlungen zur Andüngung im Getreide sei es aber noch zu früh, die Entwicklung der nächsten Wochen sollte vielmehr abgewartet werden.

Unterschiedliche Düngungs-Strategien im Weizen getestet

Abb. 1: Kornertrag von Winterweizen, Mittel von 12 Standorten © Yara
Welche Düngungs-Strategie mit welchen Stickstoff-Düngern erweist sich im Weizen am sinnvollsten? Das vom Düngehersteller Yara geführte Institut für Pflanzenernährung und Umweltforschung Hanninghof untersucht den Themenkompex bereits seit mehreren Jahren. An zwölf unterschiedlichen Standorten in Deutschland wurden im letzten Jahr Feldversuche dazu durchgeführt. Auszüge aus den Ergebnisse werde in dem Düngungsportal effizient düngen vorgestellt.

1. Deutliche Ertragsvorteile mit Schwefel

Bei einer Einmal-Gaben-Strategie haben in den Untersuchungen des Instituts Hanninghof nitrathaltige Stickstoff-Dünger in 2014 einen deutlichen Ertragsvorteil von fast fünf Dezitonnen pro Hektar (siehe Abbildung 1). Bei einer Düngung mit Schwefel konnten die Erträge demnach insgesamt weiter gesteigert werden, die Ertrags-Differenz zwischen den unterschiedlichen Stickstoff-Düngerformen seien aber nahezu gleich geblieben. Die traditionelle Aufteilung der Stickstoff-Gaben sicherte demzufolge die höchsten Erträge.

2. Nitrate fördern den Protein-Gehalt

Abb. 2: Rohproteingehalt von Winterweizen, Mittel von 12 Standorten © Yara
In 2014 waren die Witterungs-Bedingungen während der Kornbildung sehr gut. Dadurch kam es zu sehr hohen Erträgen, die aber teilweise zu einer Proteinverdünnung führten, wie die Forscher des von Yara geführten Instituts schlussfolgern. Die nitrathaltigen Stickstoff-Dünger hätten bei der Einmal-Gabe deutlich höhere Rohprotein-Gehalte gesichert (siehe Abbildung 2). Bei einmaliger Stickstoff-Düngung vor Vegetationsbeginn liegen die Rohprotein- Gehalte über ein Prozent höher, wenn mit nitrathaltigen-Produkten gedüngt wurde.
 
3. Geringere Stickstoff-Bilanz-Überschüsse bei Dreimal-Gaben

{BILD:628307:jpg}Die unterschiedlichen Düngestrategien hätten deutliche Effekte auf die Stickstoff-Bilanz (siehe Abb. 3) gehabt. Nitrathaltige Stickstoff-Dünger senkten den Untersuchungsergebnissen zufolge bei Einmal-Düngung die N-Bilanz-Überschüsse im Schnitt um 25 Kilogramm Stickstoff pro Hektar. Sie liegen durchschnittlich bei 26 Kilogramm Stickstoff pro Hektar. Ursache seien die höheren Erträge und Proteingehalte. Die niedrigsten Überschüsse, im Schnitt 22 Kilogramm Stickstoff pro Hektar, konnten bei der Drei-Gaben-Strategie mit Schwefel erzielt werden.

Fazit der Weizen-Düngungsversuche für 2014

Aus den Untersuchungsergebnissen für 2014 ziehen die Wissenschaftler des Instituts für Pflanzenernährung und Umweltforschung Hanninghof folgendes Fazit:
  • Wird aus betrieblichen Gründen nur einmal gedüngt, sollte die Düngung mit einem Nitratdünger erfolgen. Das ermöglicht deutlich höhere Erträge und bessere Qualitäten als bei Harnstoff- oder stabilisierten Düngern. Dadurch werden zusätzlich die Bilanz-Überschüsse reduziert.
  • Eine Drei-Gaben-Düngung mit schwefelhaltigen Nitratdüngern erzielte insgesamt die besten Ergebnisse bei niedrigsten N-Bilanz-Überschüssen.
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