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Getreide

Kaum backfähiger Weizen vorhanden

von , am
19.08.2010

München - Die Ernte 2010 steht in diesem Jahr in Süddeutschland, vor allem in Bayern, unter keinem guten Stern. Noch immer sind mehr als 50 Prozent des Weizens und Roggens auf den Feldern.

© Elenathewise/Fotolia

Die mengenmäßige Ernte in Bayern wird geringer als im Vorjahr ausfallen, zudem sind die Getreidequalitäten aufgrund des anhaltend wechselhaften Wetters stark geschädigt.

"Was jetzt noch geerntet wird, kann voraussichtlich nur noch verfüttert werden, für die müllerische Verwendung wird es nicht mehr geeignet sein", betont der Geschäftsführer des Bayerischen Müllerbundes, Dr. Josef Rampl.

Auswuchs bereits mit bloßem Auge erkennbar

Vielerorts ist in Bayern - vor allem in den südlicheren Teilen - der Auswuchs bereits mit bloßem Auge zu erkennen. Letzte Hoffnungen setzt der Müllerbund noch in die typischen Späterntegebiete, die er aber mengenmäßig nicht überbewerten will. "Der weit überwiegende Teil der Weizenernte in Bayern wird für die Mühlen aber ausfallen und erhebliche Teile werden übergebietlich und durch Importweizen gedeckt werden müssen", erklärt Rampl.

Bayern: Verheerendste Erntesituation der Bundesrepublik

Bereits jetzt wirke sich dies mit stark steigenden Getreidepreisen aus. Hier wird beobachtet, dass die Ware aus dem benachbarten Ausland mit hohen Frachtkosten nach Bayern fließt. "In Summe lässt sich sagen, dass die verheerendste Erntesituation der Bundesrepublik in Bayern eingetreten ist. So berichten Mühlen zum Teil besonders in Südbayern von einem Totalausfall".

Backfähiger Weizen: Nicht leicht zu besorgen

Bayerische Mühlen werden daher große Anstrengungen haben, an backfähigen Weizen zu gelangen, um die Versorgung der heimischen Bäckereien sicherstellen zu können, kündigt der Müllerbund an. Die bayerischen Müller müssten in diesem Jahr zudem ihre Kunden nicht nur über die drastisch gestiegenen Weizenpreisen informieren, sondern auch über die derzeitige prekäre Qualitätssituation der neuen Ernte. "Die Bäcker werden sich innerhalb von kürzester Zeit auf drastisch veränderte Mehlqualitäten einstellen müssen", betont der Präsident des Bayerischen Müllerbundes, Ludwig Kraus. (pd)

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