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Prognose

Kommt die nächste große Weizenernte?

Weizenfeld in der Sonne
Dr. Olaf Zinke, agrarmanager
am
02.05.2017

Ende April aktualisierte der Internationale Getreiderat (IGC) seine Schätzung zur neuen globalen Weizenernte. Im Vergleich zur vorigen Prognose setzten die Experten des IGC die Produktion leicht und die Bestände deutlich nach oben.

Nach Einschätzung des IGC wird die neue globale Weizenernte 2017/18 im Vergleich zum noch laufenden Wirtschaftsjahr 2016/17 etwa 17,1 Mio. t  kleiner sein und bei 736,3 Mio. t liegen. Im Vergleich zur vorigen Schätzung wurde die Erntemenge damit um knapp 2,0 Mio. t angehoben. Grund sind nach oben korrigierte Ernteprognosen für Kanada und Argentinien, schreibt Marktexperte Dr. Olaf Zinke vom agrarmanager.

Mit der aktuellen Korrektur wäre die neue Ernte etwa ähnlich groß wie die bislang zweitgrößte Weizenernte aus dem Jahr 2015/16 von 736,5 Mio. t. Die bisherige Rekordernte aus dem vorigen Jahr 2016/17 von 754 Mio. t würde allerdings recht deutlich verfehlt.

IGC veranschlagt Weizenernte von 150,3 Mio. t für die EU

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Grund sind laut IGC die im Vergleich zum Vorjahr deutlich kleineren Erntemengen in den USA und in Australien. Aber auch in Russland, der Ukraine und Kasachstan erreichen die Ernten nach der Prognose nicht ganz die sehr hohen Vorjahreswerte.

Mit einer stabilen Produktionsmenge rechnet der IGC weiterhin in China. Deutlich größere Weizenernten als in der zurückliegenden Saison erwartet der IGC weiterhin in Indien und in der Europäischen Union.

Für die Europäische Union schätzt der IGC die Weizenernte (Weich- und Hartweizen) auf 150,3 Mio. t  (davon 141,3 Mio. t Weichweizen und 9,0 Mio. t Hartweizen). Das wären 5,6 Mio. t mehr als zur vorigen Ernte (2016), jedoch 9,3 Mio. t weniger als zur Rekordernte 2015 von 159,6 Mio. t. Im Vergleich zur vorigen Prognose hat der IGC seine Schätzung für die EU nicht verändert.

Die letzte Ernte-Prognose der EU-Kommission sieht die europäische Weichweizenernte bei 142,2 Mio. t und die Hartweizenernte bei 8,9 Mio. t. Das wäre somit eine Gesamtweizenernte von 151,1 Mio. t und diese liegt ganz leicht 0,8 Mio. t über der IGC-Schätzung.

Futterverbrauch nimmt ab, Endbestände weiter sehr hoch

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Die globale Verbrauchsmenge schätzt der IGC im April auf 737,6 Mio. t und damit knapp 1,0 Mio. t größer als im aktuellen Wirtschaftsjahr mit 736,7 Mio. t. Im Vergleich zur vorigen Prognose wurde die Verbrauchsmenge jedoch um 2,6 Mio. t nach unten korrigiert. Grund für den Rückgang ist der etwas geringere Verbrauch in Indien und der Ukraine.

Der IGC erwartet zudem, dass der globale Verbrauch von Futterweizen im neuen Wirtschaftsjahr 2017/18 mit 145,6 rund 4,0 Mio. t kleiner ausfällt als im noch laufenden Wirtschaftsjahr 2016/17 mit 149,6 Mio. t. Gleichzeitig würde der weltweite Verbrauch von Weizen die globale Produktion lediglich um 1,3 Mio. t übersteigen, so dass die rekordhohen globalen Bestände kaum abgebaut würden.

Der IGC erwartet nur einen leichten Rückgang der Bestände von 240,3 Mio. t im noch laufenden Wirtschaftsjahr 2016/17 um 1,3 Mio. t auf  etwa 239 Mio. t im neuen Wirtschaftsjahr 2017/18.

Europäer wieder größter Exporteur

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Die globale Handelsmenge erwartet der IGC für das neue Wirtschaftsjahr 2017/18 bei 166,3 Mio. t, nach einem Handelsvolumen von 170,6 Mio. t im noch laufenden Wirtschaftsjahr.

Dabei geht der IGC davon aus, dass die Europäer nach einer Exportmenge von 26,9 Mio. t in diesem Wirtschaftsjahr, mit einer Weizenausfuhr von 30,9 Mio. t im kommenden Wirtschaftsjahr 2017/18, ihre Ausfuhren wieder kräftig ausweiten. Im Vergleich zur vorigen Prognose wurde die europäische Exportmenge jedoch um 0,5 Mio. t nach unten korrigiert.

Dennoch wäre die EU damit knapp vor Russland und deutlich vor den USA wieder der größte globale Weizenexporteur. Neben der größeren Ernte stützt sich die hohe Export-Erwartung auch auf den vergleichsweise schwachen Euro und die kleineren Ernten in der Ukraine, in Australien und in den USA.

Weitere ausführliche Informationen zum aktuellen IGC-Bericht mit den Entwicklungen auf den globalen Weizenmärkten finden Sie im Marktbereich des agrarmanager.

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