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Amtliche Überprüfungen

Kontrollen im Pflanzenschutz: Bei Verstößen drohen saftige Bußgelder

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am Donnerstag, 19.03.2020 - 07:04 (Jetzt kommentieren)

Das Kontrollprogramm Pflanzenschutz hat 2018 über 4.600 Betriebe, mehr als 76.000 Spritzgeräte und über 2.100 Händler überprüft. Bei Verstößen folgten Verwarnungen oder Bußgelder bis zu 12.000 Euro.

Den Einsatz und den Handel von Pflanzenschutzmitteln überwachen die Behörden systematisch in einem bundesweiten Programm. Die Bundesländer führen die Kontrollen durch und ahnden Verstöße. Die Ergebnisse senden sie ans Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

Diese Betriebe wurden kontrolliert

Die zuständigen Ämter kontrollierten 2018 insgesamt

  • 4.647 land-, forst- und gartenbauliche Betriebe: Überprüft wurden die Qualifikation der Anwender, die Pflanzenschutzgeräte oder die Mitteleinsätze. Bundesweite Schwerpunkte galten der Anwendung durch Dienstleister und dem Einsatz in Beerenobst und Weintrauben.
  • 2.155 Handelsbetriebe. Kontrolliert wurde unter anderem, ob das Personal sachkundig ist und die angebotenen Pflanzenschutzmittel zugelassen sind.
  • 1.416 Betriebe oder Unternehmer und 486 Privatpersonen, die Pflanzenschutzmittel auf befestigten oder sonstigen Flächen angewendet haben.
  • 76.018 Pflanzenschutzgeräte. Sie wurden von amtlichen oder anerkannten Kontrollstellen auf ihren technischen Zustand überwacht.
  • 199 Pflanzenschutzmitteln. Ermittelt wurde, ob ihre Zusammensetzung und die physikalischen, chemischen und technischen Eigenschaften mit der Zulassung übereinstimmen.

Das sind wichtige Ergebnisse

Die Beanstandungen werden in systematische und anlassbezogene Kontrollen differenziert.

  • Bei 2 % der kontrollierten berufsmäßigen Anwender fehlte ein gültiger Sachkundenachweis oder eine ausreichende Fortbildung.
  • Auf 4 % der kontrollierten Schläge wurden Pflanzenschutzmittel in Kulturen eingesetzt, die nicht mit der aktuellen Zulassung abgedeckt waren.
  • Auf 7 % der kontrollierten Schläge wurden Auflagen nicht eingehalten, also Vorschriften zum Schutz von Mensch und Tier, Grundwasser und Natur.
  • Bei 1,9 % der kontrollierten Geräte fehlte eine gültige Prüfplakette oder es lagen schwere Mängel vor.
  • In 5 % der kontrollierten Betriebe wurden nur unzureichende Aufzeichnungen über die Mittelanwendungen geführt.
  • In 7 % der Betriebe wurden im Lager Präparate gefunden, die EU-weit nicht mehr anwendbare Wirkstoffe enthalten. Sie müssen entsorgt werden.

Die zusammengefassten Ergebnisse geben kein durchschnittliches Bild über die Betriebe in Deutschland ab.

Hier finden Sie den Jahresbericht 2018 zum Pflanzenschutz-Kontrollprogramm.

Bußgelder bis 12.000 Euro

Bei Verstößen gegen das Pflanzenschutzrecht mussten die Behörden handeln. Dazu zählten Verwarnungen, Anordnungen, die Mängel zu beseitigen. Oder es wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet - mit Bußgeldern bis zu 12.000 Euro.

Bei rund einem Drittel der Händler zeigte sich wie in den vergangenen Jahren, dass die Betriebe mindestens ein Pflanzenschutzmittel angeboten wurde, das nicht mehr verkauft werden durfte. Mehrheitlich handelte es sich um Mittel, bei denen die Zulassung abgelaufen war.

Probleme vor allem auf nicht-landwirtschaftlichen Flächen

Überwacht wurde auch das Verbot von Pflanzenschutzmitteln auf nicht landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Flächen, etwa Acker- und Waldsäume, Uferböschungen, und auf befestigten Freilandflächen, etwa Wege, Bürgersteige, Auffahrten, Parkplätze, Hofflächen oder Gleisanlagen. Dort ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verboten.

  • Rund 1.600 Flächen wurden 2018 überprüft.
  • 1.416 Betriebe und 486 Privatpersonen kontrolliert.
  • 27 % der Flächen, für die Anträge auf Ausnahme gestellt wurden, zeigten Mängel.
  • Bei 26 % der Kontrollen wurden unzulässige Anwendungen festgestellt. Ein Problem ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf befestigten Flächen ohne Genehmigung.

Um die hohe Beanstandungsquote zu bewerten, ist zu berücksichtigen, dass sie das Ergebnis von gezielten Kontrollen ist. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass weiter eine intensive  Informationsarbeit über das Verbot von Pflanzenschutzmitteln auf befestigten Flächen nötig ist.

Vielen Laien ist trotz der aufgedruckten Hinweise auf der Verpackung nicht bewusst, dass sie illegal Pflanzenschutzmittel anwenden, wenn sie Stein- oder Schotterflächen behandeln, ohne sich das genehmigen zu lassen.

Mit Material von BVL
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