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Pflanzenschutzhinweis

Kühl und feucht: Jetzt Pflanzenschutz durchführen oder nicht?

Ein Getreideblatt mit Wassertropfen
am Freitag, 14.05.2021 - 09:30 (Jetzt kommentieren)

Es ist zu kühl und zu nass, die Sorgen wachsen stärker als die Pflanzen. Noch späte Herbizide einsetzen? Gegen Septoria behandeln? Wir geben Antworten auf derzeit drängende Fragen.

Aktuell ist es für die Jahreszeit wieder zu feucht und zu kühl. Welche Konsequenzen hat das für anstehende Pflanzenschutzbehandlungen in Rüben, Weizen und Mais? Die Berater vom Dienstleistungszentrum ländlicher Raum (DLR) aus der Westpfalz geben aktuelle Tipps.

Leichter Nieselregen und feuchte Kulturpflanzen sind grundsätzlich kein Problem. Wirkstoffabwaschungen sind dadurch nicht zu befürchten. Begrenzend sind jetzt vielmehr die Befahrbarkeit und der Wind.

Die nächste Woche soll weiterhin kühl bleiben, allerdings ist mehr Wind und mehr Regen gemeldet, heißt es vom DLR aus Rheinland-Pfalz. Das ist auf jeden Fall bei den Planungen zu berücksichtigen.

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Zuckerrüben: Anschlussbehandlung gegen Hirsen und Unkräuter

Kühle Temperaturen lassen keine erfolgreichen Distelmaßnahmen erwarten. Für Lontrel braucht es tagsüber 20, besser 25 Grad.

Liegt die letzte NAK-Behandlung mehr als 14 Tage zurück, kann eine Anschlußbehandlung gegen Hirsen und Samenunkräuter erfolgen.

Die DLR-Berater empfehlen: Spectrum mit 0,5 l/ha auf Hirsestandorten zumischen, dabei andere Netzmittel um mindestens 50 % reduzieren, weitere Bodenherbizide bis zur insgesamt empfohlenen Fächenaufwandmenge pro Anbaujahr zusetzen. Debut auf Vogelknöterich-Flächen mit 20 g/ha zusetzen. Belvedere oder Betanal Tandem in mittleren Aufwandmengen.

Weizen: Gegen Septoria behandeln oder nicht?

Spätmaßnahmen und Distelspritzungen mit Wuchstoffen sind aktuell kritisch, weil es zu kalt ist. Allerdings: Abwarten kann man auch nicht, weil die meisten Indikationen mit BBCH 39 enden.

Die Empfehlung lautet daher, 70 g/ha Biathlon 4D + 1 l/ha Dash mit Wirkung auch gegen Disteln und Winden einzusetzen.

Die Unsicherheit wegen der anhaltenden Blattnässe in Weizen und der damit verbundenen ansteigenden Gefahr von Septoria-tritici-Infektionen ist groß und die Anfragen bei der Offizialberatung zahlreich.

Die DLR-Pflanzenschutzexperten in Neustadt an der Weinstraße raten: „Wer seinen BBCH-37er-Weizen jetzt für 55 bis 65 Euro/ha behandeln möchte, tut dies zu 70 % als Versicherung und zu 30 % aus krankheitsabwehrender Notwendigkeit heraus.“

Mais: Herbizide für den Vor- oder frühen Nachauflauf

Wo der Mais aktuell aus dem Boden spitzt und Zeit auf dem Betrieb vorhanden ist, der Rat: „Warum nicht mit 0,33 l/ha Adengo (35 Euro/ha) oder 4,0 l/ha Gardo Gold (40 Euro/ha) behandeln?“ Dabei ist allerdings auf die Wirkungsbreite zu achten, denn Wurzelunkraut wie Winden und Disteln werden nicht erfasst.

Mit Material von DLR Westpfalz, Neustadt an der Weinstraße
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