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Getreide

Landessortenversuch: Der beste Sommerweizen 2011

© landpixel
von , am
03.01.2012

Oldenburg - Welcher Sommerweizen war im vergangenen Jahr am ertragsreichsten, wer glänzte durch Gesundheit? Die Landwirtschaftskammer hat die einzelnen Sorten unter die Lupe genommen.

Was bringt die Weizenernte? Mit einem Tool lässt sich der Deckungsbeitrag ganz leicht errechnen. © Mühlhausen/landpixel
Nachdem die Anbaufläche für Sommerweizen im Jahr 2010 erneut auf unter 5.000 Hektar abgesunken war, konnte im Jahr 2011 wieder eine deutliche Flächenausweitung verzeichnet werden. Diese bedeutet gegenüber dem vergangenen Jahr eine Steigerung von fast 80 Prozent. Der nasse Herbst 2010 erschwerte die Aussaat der Winterungen. Zudem musste im Frühjahr aufgrund von Auswinterungsschäden stellenweise Winterraps in nennenswertem Umfang umgebrochen werden. Somit zeigt sich wieder einmal, dass die Anbauentscheidung vor allem dann auf Sommerweizen fällt, wenn sich die Aussaat der Winterform schwierig gestaltet oder Auswinterung von Kulturen auftritt.
 
Aufgrund des Ertragsabstandes zum Winterweizen von langjährig gemittelt etwa 25 Dezitonnen je Hektar wird es der Sommerweizen immer schwer haben, zu konkurrieren. Darüber hinaus ist die Konkurrenzkraft von Mais für Biogasanlagen so groß, dass die Anbauentscheidung immer häufiger zu Ungunsten des Sommergetreides ausfällt.

Sortenprüfung 2011

Aufgrund der geringen Anbaubedeutung prüfte die Landwirtschaftskammer Niedersachsen die Sommerweizensorten eher großräumig. So flossen auch Standorte aus Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein in die niedersächsischen Auswertungen mit ein, um trotz geringeren Prüfaufwandes für die jeweilige Landwirtschaftskammer ein aussagefähiges Ergebnis zu erzielen. Wie wertvoll diese Zusammenarbeit ist, zeigt sich im Jahr 2011, da aus der Anbauregion Marsch keine niedersächsischen Standorte einfließen können. Die ermittelten Daten stammen ausschließlich von Standorten aus Schleswig-Holstein.

Ergebnisse der Sorten

Die E-Weizen liegen in der mehrjährigen Betrachtung erwartungsgemäß tendenziell unter der Sortenleistung der A-Sorten. Zur Ernte 2011 sticht aber SW Kadrilj mit einem sehr guten Ergebnis hervor und verbessert sich somit deutlich gegenüber der Vergangenheit. Sonett, erstmalig geprüft, erreicht einen knappmittleren Ertrag. KWS Scirocco folgt knapp dahinter. Unter den A-Sorten zeichnet sich Tybalt konstant als leistungsstärkste Sorte aus. Zu beachten ist hier jedoch die erhöhte Anfälligkeit gegenüber Ährenfusariosen. Auch Alora präsentiert sich aus ertraglicher Sicht sehr erfreulich. KWS Chamsin ist leicht überdurchschnittlich. Granny dagegen enttäuscht und hat starke Einbußen gegenüber den durchschnittlichen Vorjahresergebnissen zu verzeichnen.

Qualitäten unter der Lupe

Auf den lehmigen Standorten Nordwest ist der Neuzugang Sonett in diesem Jahr beste E-Sorte. Die beiden anderen Sorten dieser Qualitätsgruppe, KWS Scirocco und SW Kadrilj, sind im Gesamtvergleich erwartungsgemäß schwächer. Wie schon in den zurückliegenden Prüfjahren ist Tybalt die beste Sorte im A-Segment, die auch durch ihre Gesundheit positiv auffällt. Einzige Schwäche ist die Fusarienanfälligkeit. Nach einem schwächeren Vorjahr präsentiert sich Alora sehr erfreulich. Sehr konstante Erträge in Höhe des Standardmittels erbringt nach wie vor Granny. Auch bei dieser Sorte ist die Anfälligkeit gegenüber Ährenfusariosen erhöht. Nach deutlich besseren Ergebnissen in der Vergangenheit fällt KWS Chamsin zur aktuellen Ernte unter das Mittel zurück. Hier bleibt abzuwarten, wie sich die Erträge im nächsten Jahr entwickeln.

Überzeugende Proteingehalte

Die Proteingehalte liegen im Schnitt über alles Sorten wieder höher als im Vorjahr. Bemerkenswert ist, dass die A-Sorte KWS Chamsin den besten Proteingehalt aller Sorten aufweist. Zwei weitere E-Sorten SW Kadrilj und KWS Scirocco liegen ebenfalls oberhalb der 15 Prozent Marke. Vergleichsweise schwach im Proteingehalt ist Alora.
 
Wie sich die Weizenpreise im Jahresverlauf 2011 verhalten haben, fasst unser Marktanalyst Dr. Olaf Zinke für Sie im Podcast zusammen. anhören ...

Erntebericht von der Nordseeküste (August 2011)

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