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Getreide

Unter die Lupe genommen: Börsenanalyse Getreide

von , am
23.09.2011

Mannheim - Die weltweite Versorgungslage mit Weizen ist gut. Das schmälert jedoch die Hoffnung auf Preise von 150 Euro je Tonne gründlich.

EBMX1: Matif Weizen November 2011
Die Weizenernte in Deutschland und weiten Teilen der EU ist abgeschlossen. Die massiven Bedenken während des trockenen und warmen Frühjahrs und bei der immer wieder von Regenfällen unterbrochenen und verzögerten Ernte haben sich demnach nicht bestätigt.
 
Aktuell befinden sich die Weizenpreise unter Druck aufgrund der deutlich gesunkenen Börsen-Notierungen. Unbestreitbar ist die weltweite Versorgungslage mit Weizen in der aktuellen Saison absolut komfortabel, was steigenden Preisen mit Wunschvorstellungen von 250,-€/to absolut entgegen spricht.

Kurs gibt weiter nach

Wie in der Analyse im KS Agrar Rohstoffbrief vom 13. September beschrieben, hat der Kurs weiter nachgegeben, nachdem die 210 €/t Marke nicht mehr überwunden werden konnte. Der Kurs hat nun fast alle Unterstützungen nach unten durchbrochen. Sollte der Markt unter dem Niveau von 193,25 €/t schließen, wäre ein weiterer Preisrückgang bis auf die Unterstützung von 186,50 €/t möglich. Kann der Kurs über der Marke von 193,25 €/t schließen, könnte es danach zu einem Anstieg bis zur Widerstandslinie von 197,50 €/t kommen. Mit diesem Kursverlauf hätte der Markt auch seine Lücke von heute geschlossen und wäre danach in der Lage seinen Abwärtstrend wieder aufzunehmen.
 
Die Oszillatoren geben heute auch kein besseres Bild ab, die generierten Verkaufssignale von RSI und MACD haben weiterhin Bestand.
 
Aktuelles aus dem Weizenmarkt
 
EU
Vom Bundeslandwirtschaftsministerium wurde die deutsche Weizenernte 2011 auf 22, 97 Millionen Tonnen taxiert. Das USDA hat die EU-Weizenernte auf 135,79 Millionen Tonnen geschätzt (Vorjahr: 135,61 Millionen Tonnen). Vom EU Agrarprognosedienst MARS wurde sie gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozent gesenkt auf 135,36 Millionen Tonnen. Begründet wurde dies mit einer geringer als ursprünglich erwarteten Anbaufläche. Damit würde die aktuelle Ernte 2,9  Prozent unter der des vergangenen Jahres liegen, aber immer noch leicht über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Deutschland exportierte im Juli knapp 220.000 (Tonnen) to Weizen in andere EU-Länder und rund 110.000 to in Drittländer. Hauptabnehmer waren die Niederlande mit 106.000 to und der Sudan, der bereits in der Saion 2010/11 mit knapp 600.000 to den Spitzenplatz unter den Drittländern belegt hatte, mit 83.000 to.
 
Weltweit
Die weltweite Weizen-Produktion 2011/12 wurde vom USDA auf 678,1 Mio to angesetzt. Bei einem Verbrauch von 676,9 Mio to wird ein Endbestand von 194,6 Mio to avisiert (2010/11: 193,3 Mio to). Von einer Unterversorgung kann also wahrlich keine Rede sein. Nach neuesten Veröffentlichungen der Ukraine wird die dortige Weizenernte noch einmal um etwa zwei Millionen Tonnen nach oben auf voraussichtlich 52 bis 53 Mio to korrigiert (Vorjahr: 39,23 Mio to). Die dortige Regierung spielt mit dem Gedanken, die Erhebung der Exportabgaben bis zum 30.Juni 2012 zu verlängern. Das könnte zu einer starken Beschneidung der Exporte führen. In Russland wurde bis zum Stichtag 13. September 74,1 Mio to Getreide geerntet (2009: 73,1 Mio to), davon 45,8 Mio to Weizen. Die Getreideexporte schlugen bis zu diesem Zeitpunkt mit 7,2 Mio to zu Buche, was einem neuen Rekord entspricht. Nach wie vor bleibt der Druck aus der Schwarzmeerregion sehr groß.
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