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Getreide

Mähdrescher rollen in NRW

von , am
20.07.2013

Bonn - Zwei bis drei Wochen später als im Durchschnitt, hat Anfang der Woche die Getreideernte in Nordrhein-Westfalen begonnen.

© Burkhardt Trautsch/aboutpixel.de
Nachdem bereits in der vergangenen Woche im Rheinland einzelne Wintergerstenflächen gedroschen wurden, rollen seit Dienstag in den tieferen Lagen entlang des Rheins, in der Köln-Aachener Bucht und am Niederrhein die Mähdrescher auf breiter Front. Auch in der Soester Börde wurden schon die ersten Mähdrescher im Feld gesehen.
 
Geerntet wird zurzeit die Wintergerste, danach kommen die übrigen Getreidearten Winterweizen, Triticale, Roggen, Hafer und die Braugerste. Auch der Raps braucht vielerorts nur noch eine Woche, bis er reif für die Ernte ist.
 
Im vergangenen Jahr wurde in Nordrhein-Westfalen‚ Brot- und Futtergetreide auf einer Fläche von insgesamt 506.181 Hektar (ha) angebaut. Wichtigste Getreideart ist der Winterweizen mit 237.797 ha. An zweiter Stelle kommt die Wintergerste mit 115.105 ha gefolgt von Triticale, einer Kreuzung aus Weizen und Roggen, die als Viehfutter dient mit 56.426 ha. Roggen, in früheren Zeiten das wichtigste Brotgetreide, wurde im vergangenen Jahr nur auf 17.773 ha angebaut.

Anstieg der Anbauflächen

In diesem Jahr ist die Getreideanbaufläche in Nordrhein-Westfalen vermutlich wieder höher, denn im Gegensatz zum vergangenen Jahr gab es diesmal keine nennenswerten Frostschäden. Im Februar 2012 waren NRW-weit rund 60.000 ha Wintergetreide erfroren und mussten durch andere Kulturen, zum Beispiel Mais, ersetzt werden. Die Ertragserwartungen für die laufende Ernte sind insgesamt gut. Getreide und Raps sind gut durch den Winter gekommen und die alte Bauernregel, "Mai kühl und nass füllt dem Bauer Scheun und Fass" hat sich auch in diesem Jahr bewährt. Hintergrund ist, dass ausreichende Niederschläge im Mai, wenn das Getreide den höchsten Wasserbedarf hat, die Ertragsbildung begünstigen. Niedrige Temperaturen im gleichen Zeitraum machen Schädlinge und Krankheiten das Leben schwer. Lokal begrenzt, vor allen Dingen im Rheinland, gibt es auf einigen Feldern Ertragsausfälle durch die schweren Unwetter mit Hagel Ende Juni und Anfang Juli.

Preise auf Talfahrt

Die Preise für Getreide liegen in dieser Ernte deutlich unter dem Vorjahr und sind weiter auf Talfahrt. Bereits seit Dezember fallen die Preise an den großen Warenterminbörsen in Chicago und Paris. Grund sind die guten Ernteaussichten in den wichtigsten Regionen wie Nordamerika, Westeuropa und den Schwarzmeerländern Russland, Ukraine und Kasachstan. In den letztgenannten hat die Ernte bereits die hohen Erwartungen bestätigt, sodass Experten mit weiter sinkenden Getreidepreisen weltweit rechnen.  

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