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Getreide

Manganmangel auf anfälligen Böden beachten

von , am
07.04.2010

Oldenburg - Mangelt es im Getreide am Mikronährstoff Mangan, findet man in den Beständen blasse Blätter mit hellgrauen oder -braunen Flecken im mittleren Teil.

Manganmangel am Getreide © Mühlhausen/landpixel.de

Besonders auf typischen Mangelstandorten, wie leichteren bis mittleren Böden mit relativ hohen pH-Werten, einem höheren Humusgehalt sowie hohen Magnesiumgehalten im Boden haben sich in jüngster Zeit wieder Manganmangelsymptome ausgebreitet. Wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen in einer aktuellen Düngeempfehlung schreibt, ist insbesondere die Wintergerste betroffen, aber auch in Weizen, Triticale und Roggen sind erste Mangelerscheinungen zu beobachten. Damit größere Schäden erst gar nicht entstehen, ist rechtzeitiges gegensteuern notwendig, rät die Landwirtschaftskammer.

Mangan erst bei höhreren Temperaturen verfügbar

Mangan liegt bei höheren pH-Werten und ausreichend Sauerstoff im Boden als Manganoxid vor. In dieser Form kann es von den Pflanzen nicht aufgenommen werden, es kommt zu Mangelerscheinungen. Das Manganoxid wird im Boden bei steigenden Temperaturen durch Bakterien reduziert und damit für die Pflanzen wieder verfügbar, allerdings erst ab Bodentemperaturen zwischen 6 - 8 °C. Mit einer deutlichen Verbesserung der Manganversorgung aus dem Boden ist erst ab Bodentemperaturen ab 10 °C zu rechnen. Da die Pflanzen jedoch bereits bei niedrigeren Bodentemperaturen zu wachsen beginnen und damit Mangan aufnehmen müssen, kommt es regelmäßig im Frühjahr auf gefährdeten Standorten zu den bekannten Mangelerscheinungen. Aufgrund der niedrigen Bodentemperaturen in diesem Jahr ist daher mit einer verzögerten Manganmobilisierung zu rechnen.

Teils mehrere Blattdüngungen erforderlich

In Einzelfällen kann es auch auf etwas schwereren Böden zu Manganmangel kommen, insbesondere wenn hohe Magnesiumgehalte im Boden vorliegen und Magnesium von den Pflanzen stärker aufgenommen wird als Mangan. Auf ausgeprägten Mangelstandorten können daher mehrere Blattdüngungen notwendig werden, raten die Experten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Entsprechende Blattdüngungen sollten erfolgen, bevor die Pflanzen deutliche Mangelsymptome zeigen und die Nährstoffaufnahme übers Blatt eingeschränkt ist. Bei ausgeprägtem Manganmangel können zirka alle 14 Tage Spritzungen notwendig sein, um einen Totalverlust der Pflanzen zu vermeiden.

Empfehlungen auf geschädigten Mangelstandorten

Sobald Tagestemperaturen über 8 °C und keine stärkeren Nachtfröste mehr auftreten, können Blattdüngungen mit Mangan auf bekannten Mangelstandorten durchgeführt werden. Zu beachten ist, dass die Bestände zum Zeitpunkt einer Blattdüngung weitgehend trocken sein sollten und es nach der Blattdüngung vier bis sechs Stunden nicht regnen sollte. Zur Blattdüngung könnten beispielsweise 5 kg/ha Mangansulfat eingesetzt werden.

Alternativ können auch flüssig formulierte Blattdünger wie beispielsweise

  • Mn (1,0 – 2,0 l/ha),
  • Folicin Mn fl. (1,5 – 2,5 l/ha),
  • Lebosol Mangan 500 (0,5 – 1,0 l/ha),
  • Mangan Max (0,5 – 1,0 l/ha),
  • Amix Mn (2,0 – 3,0 l/ha) zum Einsatz kommen.

Der N - Zusatz von rund 30 - 50 l/ha AHL kann das Anhaften der Blattdünger verbessern und durch Aktivierung der Pflanze die Manganaufnahme fördern. (pd)

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