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Einkommensalternative

Marktnische Trüffel: Schwarze Diamanten

Hand voll Trüffel-Pilze
am Donnerstag, 19.03.2020 - 06:14 (Jetzt kommentieren)

Statt auf Allerweltskulturen setzt Sebastian Jungbluth auf Burgundertrüffel. Der Gärtner mit Hof kultiviert den edlen Speisepilz. Er berät auch Neueinsteiger.

Sebastian-Jungbluth

Trüffelpilze durchziehen die Wurzeln etlicher Bäume mit Pilzfäden und leben in Symbiose mit ihrem Wirt. Die begehrte Delikatesse lässt sich kultivieren. „Die meisten hier verzehrten Trüffel stammen aus Frankreich, Italien und Kroatien“, sagt Sebastian Jungbluth aus dem bayerischen Sulzdorf.

In den heimischen Wäldern wachsen zwar auch Trüffel, aber die Ernte der geschützten Pilze in freier Natur steht bei uns unter Strafe. Jungbluth hat seinen eigenen „Trüffelpark“ angelegt. Dazu musste er sich einiges Wissen aneignen. Das gibt er inzwischen an Neueinsteiger weiter.

Diese Baumarten eignen sich

Wer eine Trüffelanlage plant, dem empfiehlt der Fachmann, sich mit den Behörden abzustimmen, etwa dem Landwirtschaftsamt und der Naturschutzbehörde. Trüffel seien als landwirtschaftliche Bewirtschaftung anerkannt. In Bayern etwa gibt es einen Code im EU-Mehrfachantrag.

Um die Risiken zu streuen, sind möglichst verschiedene Baumarten zu wählen: Buche, Hasel, Eiche oder Linde. Wichtig ist, auf einheimische Genetik zu achten. Containerpflanzen sollten an den Wurzeln zu 80 Prozent mit Myzel geimpft sein.

Gepflanzt werde möglichst im Schema 4 x 4 m, so dass insgesamt circa 700 Bäume/ha vorhanden sind. Die Pflanzung in möglichst unkrautfreien Boden ist von Vorteil. Bei Trockenheit ist Bewässerung nötig.

Mit diesen Zahlen kann man rechnen

Die Anschaffungskosten liegen bei 20 Euro/Setzling. Die Pflanzenkosten betragen rund 15.000 Euro/ha. Dazu kommen Zaun, Kalkung und Bodenvorbereitung. So liegen die Anlagekosten schnell bei rund 20.000 Euro/ha.

Die Erträge liegen bei 10 bis 40 kg/ha. Die derzeit erzielbaren Erlöse für Burgundertrüffel liegen etwa bei 300 bis 800 Euro/kg.

7 Jahre bis zur ersten Ernte

Mit einer Ernte der wertvollen Delikatesse ist etwa ab dem siebten Jahr zu rechnen. „Spezielle Haselnusssorten machen eine Ernte bereits ab dem fünften Jahr möglich." Damit lassen sich Nüsse und Trüffel auf einer Fläche ernten.

Die Erträge liegen bei 10 bis 40 kg/ha. Die Ernte beginnt im Herbst und dauert bis zum Beginn der ersten Fröste. „Heutzutage sind dazu keine Trüffelschweine mehr unterwegs, sondern speziell ausgebildete Spürhunde“, sagt Jungbluth.

Die Ernte von Hand ist von Oktober bis Dezember. Die Erträge steigen mit dem Alter der Anlage von 10 bis 40 kg/ha. Die Trüffel lassen sich am besten frisch an die gehobene Gastronomie oder an den Delikatessenhandel vermarkten. Er zahlt nach Qualitätsstufe A, B oder C.

Der Geschmack hat seinen Preis

„Gourmets handeln sie zu Preisen von 300 bis über 1.000 Euro/kg.“ Die teuerste Trüffelsorte ist der weiße Albatrüffel, der sich jedoch nicht kultivieren lässt. Als kultivierbar gelten der schwarze Perigord- und der Burgundertrüffel, der in Bayern recht oft vorkommt. Ersterer verlangt eher magere Standorte. Jungbluth hat sich für Zweiteren entschieden. Der benötigt basische Böden mit ph-Werten über 7.

Mehr zur Einkommensalternative Trüffel finden Sie in der gedruckten März-Ausgabe von agrarheute 3/2020 ab Seite 128.

Mit Material von Friedrich, Jungbluth
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