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Getreide

Marktreport: Gerstenernte unter Vorjahr, Preise leicht erholt

von , am
07.08.2014

Im Juli haben alle maßgeblichen Analystenhäuser ihre Einschätzung zur europäischen Gerstenernte nach oben korrigiert. Die Auswirkungen auf die Preise erläutert Dr. Olaf Zinke im Marktreport.


Zwar liegen die Ernteprognosen weiterhin unter dem sehr guten Vorjahresergebnis, jedoch werden die ursprünglichen Erwartungen oftmals von den bisherigen Ernteergebnissen übertroffen. Die Preise haben auf diese Entwicklung sowohl bei Futtergerste als auch bei Braugerste mit einer weiteren kräftigen Abwärtsbewegung reagiert, sich zuletzt aber wieder etwas gefangen.
 
Bereits Mitte Juli hatten die Analysten von Strategie Grains ihre Prognose zur europäischen Gerstenernte von 55,5 Mio. t auf 56,2 Mio. t nach oben gesetzt. Ende Juli korrigierte dann die EU-Kommission ihre Ernteschätzung von 55,3 Mio. t auf 55,9 Mio. t nach oben. Zum Monatswechsel hat sich nun das deutsch-amerikanische Analystenhaus ADM-Deutschland (Töpfer) an die Spitze der bisherigen Ernteschätzungen gesetzt und veranschlagt die Gesamtproduktion (Sommer- und Wintergerste) auf 57,6 Mio. t nach 56,2 Mio. t bei der letzten Schätzung. Gegenüber der Erntemenge von 2013 von 59,7 Mio. t wäre die von ADM-Deutschland (Töpfer) erwartete Produktion nur noch um 2,1 Mio. t oder 3,5 % kleiner.

Die nahezu abgeschlossene europäische Wintergerstenernte wurde von ADM Deutschland auf knapp 29 Mio. t veranschlagt. Gegenüber der letzten Ernte aus dem Jahr 2013 (26,5 Mio. t) wäre dies bei Wintergerste ein Produktionszuwachs von 2,5 Mio. t oder gut 9 %. Gleichzeitig wird die Produktion von Sommergerste mit 28,6 Mio. t rund 4,5 Mio. t kleiner eingeschätzt als im Jahr 2013 (33,1 Mio. t).

Preise erholen sich langsam

Für Deutschland haben die Analysten von ADM-Deutschland die erwartete Gerstenernte 2014 auf 10,7 Mio. t veranschlagt und damit 0,3 Mio. t größer als bei der letzten Prognose (10,4 Mio. t) und auch 0,3 Mio. t größer als 2013. Die deutsche Produktion von Sommergerste erwartet ADM bei 2,0 Mio. t und damit ähnlich groß wie 2013 (1,96 Mio. t). Bei Wintergerste haben die deutschen Landwirte nach Einschätzung von ADM etwa 8,7 Mio. t geerntet, nach 8,4 Mio. t im Jahr 2013.
Die Preisangebote für Futtergerste sind in der ersten Julihälfte kräftig gefallen, haben sich in der zweiten Monatshälfte mit der anziehenden Exportnachfrage an den Ostseehäfen jedoch wieder etwas erholt. Am Großmarkt in Hamburg sind die Preise bis Mitte Juli von knapp 170 Euro auf weniger als 150 Euro/t abgesackt. Danach haben sich die Preise jedoch wieder bis auf etwa 155 Euro/t (Hamburg) erholt. Gleichzeitig kostet die Futtergerste etwa 15 % oder gut 25 Euro weniger als zur Ernte 2013. Außerdem ist dies das niedrigste Preisniveau seit dem Sommer 2010.

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