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Getreide

Marktüberblick: Weizen kostet nur noch 176 Euro

von , am
04.05.2015

Der Weizen stürzt immer weiter ab. Momentan scheint sich der Preis vor allem über den Export zu definieren und da gibt es reihenweise Stornierungen für US-Weizenkäufe.

Momentan bestimmen die Exportpreise den Weizenpreis. © Rebecca Kopf/agrarheute.com
Noch haben die Weizenpreise keinen neuen Halt gefunden. Am Montag Vormittag geben die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt weiter nach. Die Kurse liegen 1,75 Euro im Minus bei 176,25 Euro/t. Die neue Ernte wird am Montag Vormittag ebenfalls mit 174,25 Euro gehandelt und damit 1,50 Euro niedriger als am Vortag. Am letzten Handelstag im April haben die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt leicht nachgegebenen. Der Maikontrakt für den Matif-Weizen ging mit 178,0 Euro/t aus dem Handel. Gegenüber der Vorwoche haben die Weizenpreise an der Matif damit fünf Euro verloren. Die neue Ernte  notierte am letzten Handelstag im April bei 176,25 Euro und damit 6,50 Euro niedriger als vor einer Woche.

Preisfindung erfolgt über den Export

Dabei drückten zuletzt die guten Ernteprognosen vom Schwarzen Meer sowie aus Europa und Kanada auf die Preise. Zudem rechnen viele Analysten mit einer vorzeitigen Kappung der russischen Exportzölle beim Weizen. Ausschlaggebend für den Preisdruck zum Monatswechsel waren jedoch die sehr schwachen Exportverkäufe der USA bzw. die massiven Stornierungen bereits getätigter Weizeneinkäufe durch Importeure von US-Weizen. Aus Deutschland berichten Händler für den Mai (alter Ernte) noch über beträchtliche Lieferverpflichtungen Richtung Iran, Algerien und Saudi-Arabien. Damit erfolgte Wettbewerb und die Preisfindung weiterhin vor allem über den Export. Nachteilig für die Europäer ist jedoch, dass der Euro in der letzten Woche etwa drei Prozent an Wert gewonnen hat und die Exporte damit deutlich verteuert.

Exporte in den USA werden reihenweise storniert

Bei den wöchentlichen Exportverkäufen der USA von Weizen für das aktuelle Wirtschaftsjahr meldet das USDA in der letzten Woche den schlechtesten Wert seit Anfang der 90er Jahre. Grund waren massive Stornierungen von bereits erfolgten allerdings zu teuren Bestellungen. Per Saldo ergaben sich daraus für die letzte Abrechnungswoche Exportverkäufe abzüglich der Stornierungen für das Wirtschaftsjahr 2014/15 von Minus 449.200 t Weizen. Gleichzeitig wurden jedoch für das nächste Wirtschaftsjahr immerhin schon Verkäufe von 853.000 t gemeldet. Insgesamt haben die USA im aktuellen Wirtschaftsjahr rund 23,2 Mio. t Weizen ins Ausland verkauft. 

Das aktuelle Preisfax für Getreide und Ölsaaten von KS Agrar finden Sie hier zum runterladen.
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