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Düngung

Mehr Stickstoffeffizienz: Im Baukastensystem stabilisiert düngen

Mineralduenger auf Feld
am Montag, 16.11.2020 - 10:23 (Jetzt kommentieren)

Um die Effizienz der Stickstoffdüngung zu steigern, können sich stabilisierte Dünger lohnen. Wir sagen, was bei Trockenheit und in normalen Jahren möglich ist.

Die Bedingungen für eine optimale Stickstoffdüngung sind in Deutschland sehr unterschiedlich. So kann in Niedersachsen das Wasser noch auf den Äckern stehen, während die Felder in Sachsen-Anhalt schon wieder viel zu trocken sind.

Neben bodenkundlichen Erkenntnissen entschieden agrarmeteorologische Faktoren und betriebliche Bedingungen über die richtige Düngestrategie. Dabei wachsen die Herausforderungen. Auf der einen Seite gilt die Düngeverordnung, auf der anderen Seite macht der Klimawandel zu schaffen.

Strategie als Baukastensystem mit stabilisierten Düngern

Die Stickstoffeffizienz zu steigern ist bei hohen Ertragsniveau nicht so leicht. Die Forschung greift wichtige Zusammenhänge Schritt für Schritt auf, um bestehende Strategien weiterzuentwickeln.

SKW Piesteritz setzt dabei auf Baukastensysteme. Sie analysieren naturgegebene und betriebliche Faktoren. Darauf bauen variable Düngestrategien auf. „Hinter unseren Baukastensystemen stecken all‘ unsere Erfahrungen aus zahlreichen Versuchen, Forschungsprojekten, Workshops und Praxisdialogen“, sagt Dr. Thomas Kreuter, Leiter der Landwirtschaftlichen Anwendungsforschung.

So lassen sich mit einer Kombination aus stabilisierten und traditionellen Düngemitteln unter Umständen erhebliche Potenziale erschließen. Eine stabilisierte Startgabe mindere Verlustrisiken und biete der Pflanze ein optimales Stickstoffangebot ab Wachstumsstart.

Mit einer ammoniumbetonten Düngung drohe kein Überwachsen der Bestände. Nitrat- oder Lachgasverluste sinken damit um 40 bis 75 Prozent. Und seien die Bestände mit stabilisierter Strategien erst einmal optimal in späte Phasen der Ertragsbildung geführt, könne durchaus auch eine traditionelle Spätgabe den Abschluss bilden, sofern die Düngeverordnung das noch zulasse.

Mit System auf Wetterextreme reagieren

In einem Düngejahr mit normaler Niederschlagsverteilung seien folgende Strategien möglich:

  • 60 bis 70 Prozent des Düngebedarfs minus Nmin in Winterweizen in der 1. Gabe als stabilisierter Stickstoff. Dazu lohne etwa AlzonNeo-N.
  • 30 bis 40 Prozent des Bedarfs in BBCH 37 bis 39 in einer 2. Gabe mit einem traditionellen Stickstoffdünger.

Strategie in trockenen Jahren

In einem trockenen Jahr mit sehr wenig Regen sei diese Aufteilung möglich:

  • 70 bis 80 Prozent minus Nmin als stabilisierte Düngung in der 1. Gabe. Dabei zeigten sich in SKW-Versuchen die Varianten mit einer zeitigen Düngung vor Vegetationsbeginn in der Regel überlegen, weil noch ausreichend Wasser zur Nährstoffaufnahme bereitstehe, bevor es trocken werde,
  • 0 bis 30 Prozent des Düngebedarfs als 2. Gabe zu BBCH 32 bis 37. Dabei lasse sich auf traditionelle Dünger zurückgreifen, etwa Piamon33-S. Ist es sogar extrem trocken und sind Niederschläge nicht absehbar, sei diese zweite Gabe auszulassen

Bedarf an Düngeberatung nimmt deutlich zu

In den vergangenen Jahren habe die Nachfrage nach fachlicher Beratung zugenommen, sagt Dr. Maximilian Severin, Marketingchef für Dünger bei SKW. Fundierte Beratung müsse das Anwenderwissen in die Düngestrategie miteinbeziehen. Wichtig sei der Transfer von Know-how zwischen Offizialberatung, Wissenschaft, Landwirtschaft und Industrie.

Die SKW Piesteritz habe allein 2020 die Fachberatung um 15 Prozent ausgebaut. Die Synergie variabler Düngestrategien mit persönlicher Beratung zeigen Versuche aus 2020: Im niedersächsichen Barfelde laufe ein Exaktversuch, um Baukastensysteme weiter zu optimieren. Gegenüber traditioneller Düngung seien Vorteile in Ertrag und Stickstoffentzug zu erwarten. Damit seien Baukastensysteme wichtig für eine effizientere Stickstoffdüngung.

Mit Material von SKW

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