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Stickstoffdüngung

Mineraldüngung wird fast unbezahlbar - rechnet sich das noch?

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am Montag, 25.10.2021 - 06:00 (2 Kommentare)

Bei offenbar unaufhörlich steigenden Preisen für Düngemittel stellt sich die Frage, welche Strategien im Frühjahr für wichtige Ackerkulturen infrage kommen. Zu wenig Stickstoffdünger führt zu ganz empfindlichen Mindererträgen.

Weit stärker als bei anderen Grundnährstoffen wie Kali, Phosphat und Magnesium bewirkt ein Zuwenig an Stickstoff empfindliche Mindererträge und teilweise heftige Qualitätseinbußen. Das muss aber nicht heißen, dass sich Mineraldüngung künftig wirtschaftlich gar nicht mehr rechnet, so das Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion (ISIP).

So hoch sind die Mindererträge ohne Stickstoff-Mineraldünger

Das zeigen viele Versuche zur Stickstoffdüngung. Seitdem Stickstoff (N) im Ackerbau mineralisch gedüngt wird, zeigen das die Null-Varianten ohne den Hauptnährstoff im Vergleich zu den optimal mit Stickstoff versorgten Versuchsgliedern. Ohne den essenziellen Dünger sind ungefähr folgende Mindererträge bei wichtigen Ackerkulturen in Kauf zu nehmen:

  • Winter- und Sommergetreide: minus 40 Prozent,
  • Winterraps: minus 50 Prozent.
  • Mais, Zuckerrüben: minus 30 Prozent,
  • Frühkartoffeln: minus 50 Prozent,
  • Spätkartoffeln: minus 30 Prozent.

Die Folgen einer zu geringen N-Düngung für die Qualität der wichtigen Ackerbaukulturen sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt.

Nicht unter 30 bis 50 Prozent des Stickstoffoptimums düngen

Egal, welche N-Form eingesetzt wird und welcher Dünger, steht fest: Die ersten Kilogramm an Stickstoff haben immer die die beste Ertragseffizienz. Dabei gilt nach wie vor das Gesetz des abnehmenden Ertragszuwachses.

Wichtig ist, die derzeit unerhört hohen Düngemittelpreise mit den eigenen optimalen Erträgen in Relation zu setzen und auch die immerhin zum Teil gestiegenen Erzeugerpreise zu berücksichtigen. Das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz (DLR) empfiehlt, die Mengen an N-Mineraldünger nicht unter 30 bis 50 Prozent des N-Optimums am eigenen Standort zu senken.

Welche Möglichkeiten sonst noch bleiben

Stickstoffdünger aus organischer Herkunft werden so immer wertvoller. Gülle und Gärreste sind vom Preisanstieg noch nicht so hart betroffen. Der Zukauf ist aber rechtzeitig über eine Nährstoffbörse zu regeln. Eigene Wirtschaftsdünger müssen zudem untersucht und die Nährstoffegehalte analysiert sein.

Der Transport von Gülle aus Veredelungsgebieten in Ackerbauregionen kostet ebenfalls Geld. Dasselbe gilt für Biostimulanzien, die das Bodenleben fördern und den Einsatz von weniger Mineraldünger ermöglichen. Sehr schnell lässt sich auf mineralische Düngung auf jeden Fall vielerorts noch nicht verzichten.

Mit Material von ISIP, DLR

Mit welcher Strategie reagieren Sie auf die steigenden Düngerpreise und die mangelnde Verfügbarkeit?

Düngermenge reduzieren
20% (1698 Stimmen)
Mehr organischen Dünger einsetzen
28% (2388 Stimmen)
Fruchtfolge ändern
6% (503 Stimmen)
Biostimulanzien verwenden
2% (191 Stimmen)
Abwarten, wie sich die Preise entwickeln
33% (2839 Stimmen)
Ich ändere meine Strategie nicht
12% (1004 Stimmen)
Stimmen gesamt: 8623
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