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Getreide-Monitoring

Mühlenwirtschaft: Glyphosat nicht zur Sikkation einsetzen

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
24.06.2016

Die Getreideernte reift ungleichmäßig heran. Glyphosat wäre ein Mittel für die Sikkation - wovor der Verband Deutscher Mühlen aber klar abrät.

Das sehr wechselhafte Wetter mit viel Regen im Süden und Trockenheit im Nord-Osten könnte die Brotgetreideernte 2016 vor besondere Herausforderungen stellen. Wie der Verband Deutscher Mühlen (VDM) schreibt, ist es möglich, dass das Getreide aufgrund der Witterung in einigen Regionen nicht gleichmäßig abreifen oder ins Lager gehen wird.

Eine Spätanwendung mit Glyphosat ist in solchen Situationen unter strengen Auflagen zugelassen. Die Mühlenwirtschaft fordert die Landwirte auf, den Wirkstoff nur einzusetzen, wenn das Getreide anders nicht geerntet werden kann und auf die Sikkation ganz zu verzichten. Getreide, das mit Glyphosat kurz vor der Ernte behandelt wurde, gehöre nicht in die Mühlen.

Müller wollen kein mit Glyphosat behandeltes Getreide

Auch wenn die Vorerntebehandlung mit Glyphosat unter den strengen Anwendungsbestimmungen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) möglich sei, wollen die Müller kein mit Glyphosat behandeltes Getreide zu Lebensmittel verarbeiten und sehen die Branche bereits auf einem guten Weg. Daher fordert die Mühlenwirtschaft die Landwirte auf, auf den Einsatz kurz vor der Ernte ganz zu verzichten.

Bereits seit dem Jahr 2002 untersuchen die Unternehmen der Mühlenwirtschaft Getreide und Mahlerzeugnisse auf Glyphosat im Rahmen ihres Europäischen Getreidemonitoring. "Es hat sich gezeigt, dass die gemeinsame Anstrengungen der Partner in der Getreidekette zur Minimierung von Rückständen und die Einschränkung der Spätanwendung im Brotgetreideanbau erfolgreich gewesen sind", sagt Peter Haarbeck, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Mühlen.

"Im Jahr 2015 konnte in 93 Prozent der untersuchten Proben kein Glyphosat nachgewiesen werden, dort wo Rückstände festgestellt worden sind, lagen sie auf einem sehr, sehr niedrigen Niveau", erklärt Haarbeck weiter.

Behandelte Getreidepartien sollen getrennt gelagert werden

Der Verband fordert die Getreidebauern auf, behandelte Getreidepartien getrennt zu lagern und zu vermarkten. Mühlen und Getreidehandel müssten in jedem Fall von den Landwirten darüber informiert werden, wenn Glyphosat bei der Ernte zum Einsatz gekommen ist.

"Fest steht, dass die Verbraucher keine Glyphosatrückstände in ihrem Essen wollen und seien sie noch so gering. Andererseits braucht die konventionelle Landwirtschaft das Herbizid Glyphosat. Deswegen kann die Devise nur heißen: So wenig wie möglich, so viel wie nötig", resümiert Haarbeck.

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