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Biologicals Versuchsergebnisse

Mykorrhiza & Co: Was bringen Biostimulanzien auf dem Acker wirklich?

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am Montag, 12.12.2022 - 05:00

Das Interesse an Biostimulanzen steigt deutlich. Das amtliche Versuchswesen steuert nun endlich Daten bei, wie einzelne Produkte zu bewerten sind. agrarheute sagt, was die Versuchsergebnisse verraten.

Versuchsergebnisse aus Hessen zeigen, dass die Wirkung eher beschränkt ist. Offizielle Versuche ersetzen aber natürlich nicht die eigene Erfahrung mit Biostimulanzien, die auch Biologicals, Bioeffektoren oder Biocontrols genannt werden.

Oft enthalten die Produkte Mykorrhiza, also Bodenpilze, die mit Pflanzen eine Symbiose bilden. Die Pilze sind mit den Feinwurzeln der Kulturen in Kontakt. Die Produkte auf biologischer Basis sollen zum Teil einer Lösung für zahlreiche Probleme auf dem Acker werden.

Das sind wichtige Gründe für Mykorrhiza aus Biostimulanzien auf dem Acker

Die „Baustellen“ im Ackerbau sind nämlich vielschichtig. Da ist etwa die von der EU beschlossene Reduzierung beim chemischen Pflanzenschutz: Biologische Mittel mit Zulassung zum Pflanzenschutz sind etwa Polyversum, Serenade, Atonik, Proradix, Integral Pro, Contans, Cedomon, Cerall, Eradicoat, Neem und andere. Teils ist hier in der Gebrauchsanleitung aber vermerkt, dass sie „nur zur Befallsminderung und bei schwachem Befallsdruck“ wirken.

Weiter fordert die verschärfte Düngeverordnung (DüV), bisherige Strategien zu überdenken. Besonders in roten Gebieten ist die Stickstoff (N)-Düngung deutlich zu senken. Auch für die mit Phosphat (P) belasteten gelben Gebiete gibt es gerade bei Flächen mit Hangneigung zu Gewässern etliche Auflagen. Hier sollen Biostimulanzien die reduzierte P- und N-Düngung ergänzen.

Die drastischen Engpässe bei der Gasversorgung haben überdies zu exorbitant gestiegenen Düngerpreisen geführt. Kurz- und mittelfristig ist mit Lieferengpässen zu rechnen. Auch wenn Biostimulanzien nicht direkt Nährstoffe liefern – zumal der N-Gehalt laut Düngeverordnung unter 1,5 Prozent in der Trockenmasse liegen muss, was meist zutrifft – sollen sie stimulierend wirken und Nährstoffe im Boden mobilisieren.

Das zeigen amtliche Versuche mit Biostimulanzien oder Biolgicals auf dem Acker

Amtliche Versuche aus Hessen zeigen, dass die deklarierte Wirkung von Biologicals oft nicht erreicht wird. Das gilt jedenfalls für bisher dort offiziell geprüfte Biostimulanzen in Getreide, Raps, Rüben und Mais. Biostimulanzen können Pflanzenschutzmittel demnach nicht ersetzen, höchstens ergänzen.

Wichtig sind aber argumentative Vorteile von Biostimulanzen, die eine Pflanzenschutzwirkung zeigen. Die Rückstandsproblematik ist gering bis nicht vorhanden. Geworben wird mit Nachhaltigkeit gegenüber Stickstoffdüngern und chemischen Mitteln.

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