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Biodiversität

Naturschutz auf den Höfen digital vernetzen: Das bringt die „NatApp"

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am Dienstag, 04.05.2021 - 06:00 (Jetzt kommentieren)

Wie lassen sich Naturschutzmaßnahmen praktikabel in den Anbau integrieren? Wie sollen die Behörden die Vernetzung voranbringen? Eine neue App soll dabei helfen. Wir sagen, was die digitale Hilfe bringt.

Die App will Betriebe beim Umsetzen ihrer Naturschutzpläne unterstützen und zugleich die Bürokratie verringern. Die Naturschutz-App, die noch entwickelt wird, will umweltbewussten Praktikern und Ämtern ein Werkzeug bieten, das den vernetzten Naturschutz plant, anleitet und prüft.

Dazu gehören

  • Beantragung,
  • Umsetzung und
  • Dokumentation

20 Pilotbetriebe testen derzeit die "NatApp" als Hilfe zur Vernetzung

Derzeit wird ein Prototyp der „NatApp“  getestet. 20 Pilotlandwirte in Bayern, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Thüringen testen sie auf Handhabung und Praxistauglichkeit. Parallel wird untersucht, wie die App vor allem den Behörden die bürokratische Abwicklung im Naturschutz vereinfacht.

Der Prototyp basiert auf bereits bestehenden und angewendeten Werkzeugen und Technologien. Dazu zählen etwa digitale Ackerschlagkarteien, Agrar-GPS, Server- und Onlineservices und das mobile Internet.

Was kann die Naturschutz-App „NatApp“?

Die Naturschutz-App informiert zu Finanzierungsmöglichkeiten und hilft bei der Flächenanlage mit GPS. Ein Terminplan, Erinnerungen und Warnmeldungen sollen helfen, auf Naturschutzflächen folgende Ziele einzuhalten:

  • Zeiträume und Termine zur Bearbeitung,
  • Flächengrößen und
  • Auflagen und Pflichten zur Bewirtschaftung.

Einen Ausgleich der Kosten für den kleinteiligen Naturschutz gibt es durch Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM). Das braucht aufwändige Kontrollen. Das neue Tool ermöglicht eine rechtssichere, verordnungskonforme Etablierung, Dokumentation und Kontrolle von AUKM.

Die „NatApp“ soll den Betrieben und vor allen den Agrarverwaltungen helfen, die oft unübersichtlichen Möglichkeiten für den Natur- und Artenschutz verordnungskonform umzusetzen und zu verwalten. Ob die bürokratischen Prozesse damit vereinfacht werden, ist aber noch nicht sicher.

So soll die "NatApp" in vier Schritten beim Naturschutz weiterhelfen

Die „NetApp“ soll Landwirte und Behörden weiterhelfen, mehr Naturschutz in vier Schritten zu integrieren und zu vernetzen.

  1. Planen: Die Infothek bietet umfangreiche a Informationen zu Naturschutzmaßnahmen, deren Beantragung und Management. Eine Infothek soll auch länderspezifische Regeln nennen.
  2. Anlegen: Mit dem integrierten GIS-Tool lassen sich auch mehrteilige Naturschutzflächen anlegen. Das soll bis zu Fahranweisungen per GPS reichen..
  3. Überprüfen: Während des gesamten Zeitraums unterstützt die NatApp beim Einhalten von Vorschriften, etwa Bearbeitungszeiträumen und Dokumentationsvorgaben. Das soll Sicherheit im Umgang mit dem geförderten Naturschutz bringen.
  4. Dokumentieren: Fahrspuren etwa lassen sich mit Datum und Uhrzeit abspeichern, Fotos der Fläche vor und nach Bearbeitung erstellen. Die Software dokumentiert die Bewirtschaftung unmittelbar nach Abschluss auf einem zentralen Server.

Das sind die fünf Projektpartner der "NatApp"

Das sind die fünf Partner beim Projekt Naturschutz-App:

  • Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) als Koordinator
  • Deutscher Bauernverband (DBV) für den Transfer in die landwirtschaftliche Praxis
  • Hochschule Harz für die Software-Entwicklung
  • Thünen-Institut (TI) für die Dokumentation bei den Behörden
  • Die Landwirtschaftliche Rentenbank fördert die "NatApp" in der Pilotphase

Wie bewertet agrarheute den Prototypen der "NatApp"?

Die NatApp vereinfacht die Buchführung für Flächenanträge und verringert den Aufwand an Arbeitszeit am Computer, weil die Naturschutzflächen quasi automatisch und rechtssicher bereits während der Bearbeitung dokumentiert werden. So sinkt die Gefahr von möglichen Strafzahlungen bei "Vergehen" für beantragte Maßnahmen erheblich.

Hauptsächlich erleichtert das Tool aber den Behörden die Arbeit. Sie macht es den Ämtern einfacher, die verordnungskonforme Durchführung stichprobenhaft zu kontrollieren. Ob das die Sanktions- oder Straf- und Anlastungsrisiken für die Landwirte senkt, ist kritisch zu sehen und bleibt erst noch abzuwarten.

Mit Material von ZALF, DBV

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