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Anwenderschutz

Neue Kanisterdeckel: Künftig keine gefährlichen Spritzer beim Befüllen

BASF-easyconnect
am Donnerstag, 10.10.2019 - 10:42 (Jetzt kommentieren)

Beim Ansetzen der Spritzbrühe im Pflanzenschutz sind Verätzungen durch Spritzer gefährlich. Geschlossene Einfüllsysteme sollen das vermeiden. Zwei konkurrieren miteinander. Eins wird nun von fünf Konzernen erprobt.

Pflanzenschutzmittel sind oft Gefahrstoffe. Dem Anwenderschutz dienen Brille, Handschuhe und lange Arbeitskleidung. Gefährliche Spritzer sind zu vermeiden. Das nützt auch der Umwelt. Beim Einfüllen von Präparaten konkurrieren zwei geschlossene Systeme miteinander:

  • easyFlow: Das System von Bayer und agrotop ermöglicht auch ohne Einspülschleuse an der Feldspritze das Einfüllen flüssiger Präparate für den sicheren Pflanzenschutz. Das Befüllen soll damit nicht nur sicherer sein, sondern auch schneller gehen.
  • easyconnect: Das System wird von BASF und Pentair Hypro entwickelt und besteht aus zwei Komponenten: einem auf den Kanistern vormontierten Schraubverschluss und einem Verbindungselement. Das System wird von Adama, BASF, Corteva, Nufarm und Syngenta unterstützt.

Die fünf Konzerne erproben nun das Einfüllsystem easyconnect, das als ezi-connect seit 2015 mit verschiedenen Ausrüstern getestet wird.

Standardisiertes Einfüll- und Transfersystem geplant

Der Deckel samt Verbindungsstück passt auf handelsübliche 1- bis 15 l-Kanister mit 63 mm-Verschlüssen. Bis 2021/2022 sollen immer mehr Kanister und Behälter nach Industriestandard IS 63 mit dem vormontierten Schraubverschluss ausgestattet sein. Ein integriertes Spülsystem soll zudem das Reinigen und Spülen der Behälter erleichtern.

Zuerst steht das Einfüllsystem Landwirten in Deutschland, Dänemark, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien zur Verfügung. Weitere Industrieunternehmen der Agrarchemie oder Hersteller, die sich an der Einführung beteiligen möchten, sind eingeladen, sich an eine der fünf Firmen zu wenden.

Das sagen die fünf Industriekonzerne

Nufarm: Damit viele Landwirte ein geschlossenes Transfersystem nutzen, gehen fünf Industriekonzerne nun „einen weiteren Schritt, um jeweils das easyconnect-System auf noch breiterer Basis zu testen und den Umgang mit Pflanzenschutzmitteln kontinuierlich zu verbessern“, sagt Karina von Detten, Nufarm.

BASF: Mit geschlossenen Transfersystemen lassen sich Pflanzenschutzmittel direkt aus dem Originalbehälter in den Sprühtank füllen. Dabei wird genau gemessen, wie viel Liter des Produkts eingefüllt wird. „Das senkt das Risiko von Spritzern oder Verschüttungen für den Anwender und die Umwelt deutlich“, sagt Livio Tedeschi, BASF.

Corteva: Um bei guten Anwendungsbedingungen möglichst viel Zeit auf dem Acker verbringen zu können, lohnt es, dass die Anwender ihre Befüllzeiten reduzieren, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen. „Dabei helfen geschlossene Transfersysteme, sagt Louise Brinkworth, Corteva.

Syngenta: Eingeführt wird das geschlossene Transfersystem für eine breite Palette an Produkten. „Das wird echte Vorteile für die Umwelt haben, da das Risiko von Verschüttungen beim Umgang deutlich reduziert wird“, sagt Xavier Leprince, Syngenta.

Adama: Schließlich zählt, dass geschlossene Transfer- und EInfüllsysteme einfach zu bedienen sind. „easyconnect reduziert das Heben von Behältern und minimiert den Umgang mit Produkten”, sagt Bertrand Lombard, Adama.

Mit Material von Adama, BASF, Corteva, Nufarm, Syngenta
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