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Getreide

Neuer Schädling lässt Getreidetriebe absterben

© K. Schrameyer
von , am
20.04.2015

Auf Getreidefeldern in Baden-Württemberg macht sich ein neuer Schädling zu schaffen. Es handelt sich vermutlich um die Gelbe Weizenhalmfliege. Landwirte sind aufgerufen, Auffälligkeiten an das LTZ Augustenberg zu melden.

Gelbe Weizenhalmfliege: Diese Fliege ist Ende März aus einer Puppe eines befallenen Triebs geschlüpft. © K. Schrameyer
Bereits in 2014 wurden bei Heilbronn auffällige Schäden an Getreidepflanzen festgestellt, berichtet das Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion (ISIP). Einzelne Wintergerstentriebe blieben zunächst im Wachstum stecken geblieben, um schließlich komplett abzusterben. In diesem Jahr zeigt sich das neuartige Schadbild wieder - nur in wesentlich größerem Umfang als im Vorjahr. Der Experte O. Zimmermann der LTZ Augustenberg spricht von bis zu 10 befallenen Trieben je Quadratmeter.
 
Verursacher der genannten Symptome scheint laut ISIP die Larve der 'Gelbe Weizenhalmfliege' (Chlorops pumilionis) sein. Die Fliege auf dem Bild ist aus diesjährigem Befall Ende März aus einer Puppe im befallenen Trieb geschlüpft.

Untersuchungen laufen

Im vergangenen Jahr wurde in der Region Freiburg eine Made im Mais gefunden, die zu keiner bisher bekannten Gattung passte, aber den jetzigen Funden sehr ähnelt. Der Experte  Dr. Olaf Zimmermann wüsste deshalb gerne mehr über die örtliche Befallssituation durch die Gelbe Weizenfliege und ruft aus diesem Grund dazu auf, befallene Pflanzen und/oder Fliegen und Larven (in Alkohol gelagert) zur Untersuchung an das LTZ Augustenberg zu schicken. Das würde einerseits einen genetischen Vergleich ermöglichen, andererseits könnte man sich ein genaues Bild darüber machen, wo der Schädling tatsächlich vorkommt, um damit auch das Ausmaß des Schadens ermessen zu können.
 
Proben senden an:
 
Herr Dr. O. Zimmermann
Neßlerstr. 25
76227 Karlsruhe
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