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Getreide

Niedersachsen: Getreideernte geht in die Schlussrunde

von , am
22.08.2012

Hannover - Mit großen regionalen Unterschieden geht die Getreideernte in diesen Tagen in Niedersachsen in den Endspurt. Die Erntemenge liegt leicht unter langjährigem Durchschnitt.

Der Euro-Dollar-Wechselkurs lässt den Weizen um zwei Euro steigen. © Mühlhausen/landpixel
Nach Umfragen des Landvolk-Pressedienstes hat ein witterungsbedingt schwieriges Jahr durchaus einige positive Überraschungen, aber auch viele Enttäuschungen für die Landwirte bereitgehalten. Der Winterweizen als wichtigstes Getreide hat die zum Winterausgang durch Spätfröste verursachten Schäden  nicht mehr ausgleichen können und liefert deutliche geringere Erträge gegenüber anderen Jahren.
 
Auch der als Ersatz für ausgewinterte Flächen gesäte Sommerweizen erfüllt vielerorts bei weitem nicht die Ertragserwartungen. In der Summe korrigiert der Landesbetrieb für Statistik in einer aktuellen Prognose die Ertragsschätzung leicht nach oben. "Mit 5,5 Millionen Tonnen Getreide erreichen wir landesweit dennoch nur ein knapp durchschnittliches Ergebnis", kommentiert Jürgen Hirschfeld als Vorsitzender im Ausschuss Pflanzliche Erzeugnisse des Landvolkes Niedersachsendie neuesten Zahlen.

Erträge liegen auf mittlerem Niveau

Ausreißer nach oben gab es in erster Linie in der Heide, wo die Landwirte die Maitrockenheit durch Beregnung ausgleichen und hohe Erträge absichern konnten. Im Südniedersächsischen und entlang der Weser hat der Spätfrost die Erträge ebenso nach unten gedrückt wie Gänsefraß auf den Marschböden an der Küste. In diesem Jahr war weniger ackerbauliches Geschick ein Garant für hohe Erträge als vielmehr die passende Witterung, resümiert der Ackerbauer Carl Noosten aus Norden. Die witterungsbedingten Kapriolen des Jahres 2012 setzten mit stabilem Hochdruckwetter in der Erntezeit einen versöhnlichen Schlusspunkt unter ein schwieriges Jahr. Die Landwirte haben am Wochenende Hoch Achim genutzt, so dass die Ernte jetzt in die letzte Runde geht. In vielen Regionen haben die Mähdrescher ihre Arbeit bereits erledigt, aber auch an der Küste könnten innerhalb dieser Woche alle Getreidefelder abgeerntet sein.

Höhere Getreidepreise, aber auch höhere Kosten

Einen kleinen Ausgleich für die knapp durchschnittliche Gesamternte bieten zurzeit die Preise. Sie sind erstmals in der Ernte nicht gesunken, sondern gestiegen. Allerdings können die Landwirte nicht ausschließlich die aktuellen Preisspitzen nutzen. "Im Durchschnitt erreichen wir nur ein Preisniveau von rund 200 Euro je Tonne", relativiert Hirschfeld die derzeitigen Notierungen. Er weist außerdem darauf hin, dass die Getreidepreise nahezu exakt auf dem Niveau der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts liegen. Für Landwirte, die ihr Getreide verfüttern oder Futter zukaufen müssen, schlägt das derzeitige Preisniveau dagegen als Kostenfaktor zu Buche. Energie, Dünge- oder Pflanzenschutzmittel und Löhne stehen bei allen Betrieben den höheren Verkaufspreisen für Getreide gegenüber und belasten die Bilanzen.
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