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Getreide

Niedersachsen: Landwirte stellen wegen Greening Anbau um

© landpixel
von , am
15.05.2015

Landwirte in Niedersachsen bauen dieses Jahr mehr Sommergerste, Hafer und Sommerweizen an. Hintergrund sind die neuen Regeln zum Greening.

In Niedersachsen wächst dieses Jahr wegen des Greenings mehr Hafer. © Grace Winter/pixelio.de
Das niedersächsische Landesamt für Statistik (LSN) hat eine erste Trendberechnung zur diesjährigen Getreidefläche veröffentlicht. Demnach steigt der Anbau um knapp vier Prozent auf 846.800 Hektar.
 
Die prozentual höchsten Zuwächse verzeichnen dabei die Sommergetreidearten: Die Anbaufläche für Sommergerste vergrößert sich voraussichtlich um 26 Prozent, die Flächen für Hafer und Sommerweizen um jeweils elf Prozent.

Mehr Anbaudiversifizierung durch Greening

Als Grund geben die Statistiker des Landesamtes dafür die neuen EU-Regelungen zur Anbaudiversifizierung, also zum sogenannten Greening, an. Ab einer bestimmten Größe der Ackerfläche müssen Landwirte seit diesem Jahr mindestens zwei beziehungsweise drei Fruchtarten auf ihrem Ackerland anbauen.
 
Die Winter- und Sommerform derselben Getreideart beispielsweise gelten dabei jedoch als verschiedene Fruchtarten.

Mehr Sommerungen aus ackerbaulicher Sicht sinnvoll

Aus ackerbaulicher Sicht ist es laut der Fachberater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen durchaus sinnvoll, mehr Sommerungen anzubauen. Daraus ergibt sich unter anderem die Möglichkeit, Ungräser wie den Ackerfuchsschwanz, die kaum auf Pflanzenschutzmittel reagieren, zu bekämpfen.
 
Insgesamt konnte das Sommergetreide unter guten Bedingungen ausgesät werden, so die Kammerberater. Zurzeit befindet es sich im Stadium der Bestockung. Die Stilllegungsfläche auf Ackerland weitet sich um mehr als ein Drittel (plus 37 Prozent) aus.

Zuckerrüben: Anbaufläche sinkt um 14 Prozent

Der stärkste Rückgang wird bei den Zuckerrüben erwartet: minus 14 Prozent. Als Ursache gelten die ungewöhnlich hohen Ernteerträge des vergangenen Jahres, wodurch die Lieferkontingente für das aktuelle Jahr teilweise bereits im Voraus erfüllt sein dürften.
 
Mit einem Minus von knapp neun Prozent verringert sich auch die Rapsfläche nach aktuellen Berechnungen deutlich.
 
Die Anbauflächen für Mais und Kartoffeln dürften nahezu stabil bleiben, so das Landesamt für Statistik.  
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