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Getreide

Niedersachsen: Schlechte Aussichten für die Getreideernte

am Montag, 25.07.2011 - 15:01 (Jetzt kommentieren)

Hannover - Erste Befürchtungen niedersächsischer Landwirte bestätigen sich inzwischen: Mit etwa fünf Millionen Tonnen wird die Getreideernte so klein ausfallen, wie lange nicht mehr.

Die ersten Prognosen der amtlichen Ernteberichterstattung schätzen die Gesamternte in Niedersachsen auf 5,04 Millionen Tonnen. Nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes wurde dieser Wert nur 1976 mit 4,4 Millionen Tonnen unterschritten, als eine ausgeprägte Sommertrockenheit die Erträge dezimierte. Damals lagen auch die Durchschnittserträge mit um die 40 dt/ha deutlich unter dem Niveau der heutigen Sorten mit 75,7 dt/ha.
 
Allerdings haben die Landwirte aktuell auch die Getreidefläche noch weiter reduziert, sie fällt mit 786.000 Hektar (ha) fast 60.000 ha kleiner aus als im vergangenen Jahr. Die größte Getreidefläche registrierte der Landesbetrieb für Statistik in seinen langjährigen Aufzeichnungen im Jahr 1979 mit 1,23 Millionen ha, die größte Erntemenge im Jahr 2001 mit 7,4 Millionen Tonnen.

Beregnete Flächen profitieren deutlich

Als echte Versicherung gilt in diesem Jahr mit der ausgeprägten Frühjahrstrockenheit erneut die Beregnung: In den Landkreisen mit nahezu flächendeckenden Möglichkeiten zur Feldberegnung fallen die Ertragseinbußen deutlich moderater aus als in anderen Regionen.

Gerste, Mais und Heu auf einen Blick

Die Ernte der Wintergerste ist trotz der schwierigen Wetterumstände zu einem großen Teil abgeschlossen, die Erträge liegen deutlich unter dem Vorjahresniveau, allerdings fällt die Qualität doch besser aus als befürchtet.
 
Als Sicherheitsnetz muss in diesem Jahr der Mais bezeichnet werden. Sein Anbau wurde mit 615.132 ha nochmals um 80.000 ha ausgedehnt. Die Futterpflanze hat sich gegenüber den Wetterkapriolen der vergangenen Jahre mit der ausgeprägten Vorsommertrockenheit als äußerst robust bewiesen. Auch in diesem Jahr präsentieren sich die Maisfelder weithin in einem sehr guten Zustand, sie haben die warmen Wochen im Frühsommer gut genutzt, der Regen kam für sie noch rechtzeitig.
 
Die Heu- und Silageernte litt ebenfalls unter der trocken-heißen Witterung in Mai und Juni, so dass der Silomais auch bei den Milchviehhaltern Futterlücken schließen muss. Die aus Südamerika bei uns eingebürgerte Pflanze zeichnet sich durch hohe Erträge bei geringem Aufwand, insbesondere einem unterdurchschnittlichen Pflanzenschutzmitteleinsatz, aus.

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