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Düngeverordnung

Nitratmessnetze der Bundesländer: Sehr viel mehr Transparenz gefordert

Grundwasser-Messstellen
am Donnerstag, 30.01.2020 - 09:18 (Jetzt kommentieren)

In den digitalen Netzwerken kursierten zum Teil falsche Zahlen zu den Nitratmessstellen der Bundesländer - so klärt die Bundesagrarministerin unter anderem die Abgeordneten des Deutschen Bundestags darüber auf.

Das „alte“ Messnetz zur Nitratbelastung des Grundwassers umfasste nur rund 160 Messstellen, und zwar lediglich an besonders kritischen Punkten mit hohen Einträgen. Seitdem werde der Nitratbericht aber auf Basis eines „repräsentativen Netzes“ erstellt, schreibt Julia Klöckner. Das habe rund 700 Messstellen.

Das „alte Belastungsmessnetz“ wurde für den aktuell gültigen Nitratbericht 2016 demnach nicht mehr angewendet. In den digitalen Netzwerken werde das fälschlicherweise noch immer behauptet. Für die Messstellen sind die Länder zuständig. Die Wasserbehörden müssen sie überprüfen und korrigieren.

Aktuell 700 von 1.200 statt nur 160 Messstellen

Grundlage für das gültige Messnetz sei das Grundwassermessnetz zur Berichterstattung an die Europäische Umweltagentur (EUA). „Die deutschlandweite flächen- und nutzungsrepräsentative Erfassung der Grundwasserbelastung“ erfolge über die 1.200 EUA-Grundwassermessstellen. Sie liegen im oberflächennahen Grundwasser.

Für den Nitratbericht an die EU-Kommission seien von den rund 1.200 Messstellen diejenigen ausgewertet, in deren Einzugsgebiete die Nutzung von Acker, Grünland und Sonderkulturen dominieren, so die Ministerin. Die zusammengefassten Messstellen bilden das EU-Nitratmessnetz mit rund 700 Messstellen.

So informiert die Agrarministerin zum aktuellen Stand der Düngeverordnung.

YouTube-Videos und Binnendifferenzierung

Zum YouTube-Video der "Qualitätsgemeinschaft für nachhaltige Düngngund Ressourcenschutz e.V." (QDR) seien die Bundesländer gefordert, so die Ministerin. Seit 2017 hätten sie die Möglichkeit, Binnendifferenzierungen vorzunehmen, was aber kaum geschehen sei.

Für die Plausilität der gewählten Messorte seien die Länder zuständig. Und: "Die unterschiedliche Vorgehensweise der Länder" könne dazu führen, dass "bei vergleichbaren Bedingungen" der Landwirt in dem einen Bundesland im roten Gebiet liege und in dem anderen nicht.

Mehr Transparenz erforderlich

Das Bundesumweltministerium und die Länder seien aufgefordert, für mehr Transparenz bei den Messtellen zu sorgen. Die Landwirte brauchen Gewissheit, "wo genau, wann und was gemessen wurde und ob der Ort der Messstelle wirklich plausibel gewählt" worden sei.

Die Länder müssten die Kritik an Messmethoden, Anzahl und Lage der Messstellen aufgreifen, schiebt die Ministerin "den scharzen Peter" an die Bundesländer, ihre Wasserämter und das federführende Bundesumweltministerium.

Mit Material von BMEL
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