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Getreide

Nordhessen: Getreideernte ist nervenaufreibend

© Mühlhausen/landpixel
von , am
22.09.2014

Friedrichsdorf/Ts - Die Getreideernte in Nordhessen gestaltet sich in diesem Jahr als nervenaufreibende Hängepartie. Die Landwirte fürchten massive Qualitäts- und Erlöseinbußen.

Was bringt die Weizenernte? Mit einem Tool lässt sich der Deckungsbeitrag ganz leicht errechnen. © Mühlhausen/landpixel
"Die Getreideernte war in diesem Jahr insbesondere für die nordhessischen Bauern eine nervenaufreibende Hängepartie. Wiederholt einsetzende Regenfälle haben dazu geführt, dass in dieser Woche immer noch Mähdrescher im Einsatz sind, um Weizen, zum Teil auch Raps, abzuernten. Darauf weist der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Friedhelm Schneider, hin.
 
Im Werra-Meißner-Kreis habe es im ganzen Monat August nur an zwei Tagen nicht geregnet. Oft waren die Felder so vernässt, dass sie überhaupt nicht befahren werden konnten. Deshalb verlagerte sich die Ernte mehr und mehr in den September hinein. Normalerweise endet die Weizenernte in unserem Bundesland Ende August. "Das Getreide musste in diesem Jahr regelrecht von den Feldern gestohlen werden", so Schneider.

Getreideernte: Qualität deutlich reduziert

Die heftigen Regenfälle und das unbeständige Wetter hätten nicht nur die Erntearbeiten massiv erschwert, sondern auch die Qualität von Winterweizen deutlich vermindert. "Viele Partien eignen sich noch nicht einmal zum Verfüttern, sie taugen nur noch für die Biogasanlage", sagte Schneider. Auf Flächen, die immer noch nicht befahrbar sind, bleibt nur noch das Mulchen des nicht zu verwertenden Pflanzenbestandes. Damit verbundene Erlöseinbußen seien für die betroffenen Betriebe schwer zu verkraften. "50 Prozent meines Weizens ist Schrott." Mit diesen Worten hat ein nordhessischer Landwirt sein Leid geklagt. Finanziell habe er die schlechteste Ernte der letzten Jahre eingefahren.
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