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Getreide

Nur geringe Auswinterungsschäden erwartet

von , am
13.01.2011

Mainz - Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz geht davon aus, dass die landwirtschaftlichen Kulturen die Kältephase weitgehend unbeschadet überstanden haben.

© Graf

Durch die aktuelle Wetterumstellung ist eine für Rheinland-Pfalz ungewöhnlich lange und kalte Frostperiode zu Ende gegangen. Seit Jahren seien in Rheinland-Pfalz die Pflanzen auf den Feldern nicht mehr über einen derart langen Zeitraum mit Eis und Schnee bedeckt gewesen, erklärte die Kammer in einer Pressemitteilung. Dennoch bestehe keine Sorge, dass die Vegetation Schaden genommen habe.

Die "innere Uhr" der Pflanzen 

Wie alle heimischen Pflanzen verfügten nämlich auch das im Herbst des Vorjahres ausgesäte und bis Frostbeginn bereits ausgetriebene Getreide und die Ölsaaten über eine "innere Uhr", die ihnen rechtzeitig Winterruhe verordnet habe. Raps, Wintergerste und Winterweizen hätten daraufhin jedes Wachstum eingestellt, schrittweise ihren Stoffwechsel verändert und sich dadurch eine Frostresistenz bis zu minus 20 °C verschafft.

Klirrend kalt in den Weinbergen

Sehr hilfreich war dabei laut Landwirtschaftskammer die weitgehend geschlossene Schneedecke auf den Feldern im ganzen Land. Diese habe wie eine schützende Decke gewirkt und verhindert, dass Jungpflanzen extremen Frostgraden ausgesetzt gewesen seien. Deshalb könne man davon ausgehen, dass bei Wiedereinsetzen der Vegetation keine weitreichenden Frostschäden erkennbar werden dürften. Erst dann werde sich allerdings zeigen, ob es zu lokalen Schäden in den Weinbergen der sechs rheinland-pfälzischen Anbaugebiete gekommen sei. In ungünstigen Lagen könnten sich die Minustemperaturen zeitweise dem für Reben problematischen Bereich von minus 18 °C angenähert haben.

Frostperiode ist gut für den Acker 

Für die Ackerböden sei klirrender Frost ansonsten nützlich, betonte die Landwirtschaftskammer. Das in der Bodenkrume enthaltene Wasser dehne sich beim Gefrieren um neun Prozent aus und lockere damit den Boden auf. Durch diese sogenannte Frostgare würden die Böden durchlässig für Sauerstoff, Wasser und Nährstoffe. (AgE)

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