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Pflanzenschutzmittel-Zulassung

Pflanzenschutz und Nützlinge: Aus für 164 Netzmittel und Zusatzstoffe

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am Montag, 28.02.2022 - 08:55 (Jetzt kommentieren)

Netzmittel sorgen dafür, dass sich Pflanzenschutzmittel besser auf der Blattoberfläche verteilen und die Wirkstoffe sicher in die Pflanze eindringen. Genauso wirken sie aber auch auf Nützlinge. Das birgt Risiken.

Wegen der reduzierten Oberflächenspannung können die Wirkstoffe mit Netzmitteln auch besser in die tierischen Organismen eindringen. So bringen sie ein höheres Risiko auch für Nützlinge und alle Nichtzielorganismen.

Darum sind viele gelistete Zusatzstoffe Mitte Februar 2022 ausgelaufen

Gemäß Pflanzenschutzgesetz (PflSchG) lief die Übergangsfrist für Zusatzstoffe am 14. Februar 2022 aus. Sie waren bereits vor Inkrafttreten der Neufassung des Gesetzes 2012 gelistet.

Um dennoch eine Genehmigung erhalten zu können, müssen Antragstellende geeignete Studien mit Honigbienen einreichen. Dabei existieren keine standardisierten Testverfahren, um die Kombinationswirkungen von Zusatzstoffen und Insektiziden auf Honigbienen zu überprüfen.

Darum hat das BVL Studienanforderungen veröffentlicht, die berücksichtigt werden sollen, um sicherzustellen, dass ein geeignetes Testdesign Anwendung findet. Fragen und Antworten zur Zulassung von Netzmitteln und Zusatzstoffen finden Hersteller und Anbieter hier.

Diese Zusatzstoffe sind nun noch genehmigt

Zugelassen sind nach einer aktuellen Liste vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mit Stand Mitte Februar 256 Zusatzstoffe.

164 solcher Mittel sind demnach nicht mehr erlaubt. Die Liste der erlaubten Zusatzstoffe finden Sie hier.

Zusatzstoffe: welche erlaubt sind und welche nicht

Was jetzt auf dem Etikett stehen muss

Für die Hersteller und Anbieter von Netzmitteln haben sich die Anforderungen für die Kennzeichnung geändert. Auf dem Etikett müssen nun genau angegeben sein:

  • die im Bescheid festgelegten Hinweise,
  • die genehmigten Mischpartner und
  • die zulässigen Anwendungsgebiete.

Die Zuständigkeit für das Überwachen des Inverkehrbringens und das Anwenden von Zusatzstoffen liegt bei den Länderbehörden. Darunter fällt auch die Umetikettierung. Fragen dazu beantworten die zuständigen Pflanzenschutzdienste der Länder.

Was jetzt weiter für Zusatzstoffe gilt

Für Zusatzstoffe, die nach neuem Recht genehmigt wurden, endet die Genehmigung nach 10 Jahren. Es gibt keine Abverkaufsfristen. Zusatzstoffe dürfen nach Ablauf der Genehmigung nicht mehr in Verkehr gebracht werden.

Das bezieht sich auf jede Form der Weitergabe, nicht nur auf das erstmalige Inverkehrbringen. Das heißt: Ware, die sich bereits beim Händler befindet, darf nicht weiterverkauft werden.

Die Anwendung von Zusatzstoffen, die nach dem neuen Verfahren genehmigt wurden, ist im PflSchG nicht geregelt. Das angegebene Verfallsdatum für den Zusatzstoff ist in jedem Fall zu beachten.

Mit Material von BVL

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