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Wetter

Phänologische Uhr: So weit ist die Vegetation aktuell hinterher

Gerste beim Ährenschieben
am Donnerstag, 03.06.2021 - 10:47 (Jetzt kommentieren)

Pflanzen und Menschen haben in den letzten Wochen gefroren. Das Bauchgefühl lässt sich belegen: Die phänologische Uhr zeigt regional und aktuell, wie weit die Vegetation gerade ist.

Dieses Frühjahr war zu kalt und die Bestände hinken hinterher: Was viele Ackerbauern beobachten, lässt sich auch belegen. Die phänologische Uhr vom Deutschen Wetterdienst (DWD) zeigt an, wie viel früher oder später die Jahreszeiten im Vergleich zum langjährigen Mittel beginnen.

Die phänologische Uhr gibt den Jahreszeitenverlauf bundesweit oder heruntergebrochen auf die Bundesländer an. Der DWD aktualisiert die Uhr einmal in der Woche.

Das Prinzip der Uhr ist einfach: aus den Eintrittszeiten charakteristischer Vegetationsstadien lässt sich das phänologische Jahr konstruieren. Jede typische Jahreszeit wird mit bestimmten Zeigerpflanzen eröffnet, beispielsweise der Frühsommer mit der Holunderblüte. Die beginnt im langjährigen Bundesschnitt am 25. Mai, in Schleswig-Holstein üblicherweise am 31. Mai und in Nordrhein-Westfalen schon am 22. Mai.

In diesem Jahr ist die Holunderblüte erst in Rheinland-Pfalz und dem Saarland erreicht, und auch dort mit acht bzw. fünf Tagen Verspätung. In allen anderen Bundesländern hinkt die Vegetation bis zu zehn Jahre hinter dem langjährigen Mittelwert hinterher.

Erstfrühling war bundesweit länger als üblich

Phänologische Uhr vom 31. Mai 2021

Die phänologische Uhr wird in zwei Ringen dargestellt, bei der der äußere das langjährige Mittel und der innere das aktuelle Jahr abbildet. Die Zahlen geben jeweils die übliche beziehungsweise die aktuelle Dauer der Vegetationsphasen in Tagen an. Anhand der Verschiebungen in den einzelnen Segmenten lässt sich die Uhr leicht ablesen.

In diesem Jahr typisch: Der Vorfrühling blieb noch ziemlich genau im üblichen Zeitrahmen. Der darauffolgende Erstfrühling, beginnend mit der Forsythienblüte und mit der Apfelblüte abschließend, dauerte dagegen in allen Regionen zwischen vier und sechs Tage länger als sonst.

Das deckt sich mit dem subjektiven Gefühl eines zu kalten Frühjahrs und auch mit den offiziellen Messwerten: Auch der Deutsche Wetterdienst sprach vom kältesten April seit 40 Jahren.

Schon 2018 belegte die phänologische Uhr, was jeder spüren und beobachten konnte: Das Wetter schaltete damals innerhalb kürzester Zeit von Winter auf Hochsommer um.

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