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Getreide

Putin warnt vor übermäßigen Getreideexporten

von , am
11.10.2011

Moskau - Vor zu umfangreichen Ausfuhren von Getreide aus Russland in dieser Saison hat Ministerpräsident Wladimir Putin gewarnt.

© Mühlhausen/landpixel
Die Regierung werde zwar die Entwicklung des Landes zu einem wieder bedeutenden Getreideexporteur unterstützen; allerdings müsse dies in Abhängigkeit von der Lage am heimischenMarkt erfolgen.
 
Exportiert werden dürften nur die realen Marktüberschüsse, erklärte Putin bei einer Sitzung des Regierungspräsidiums in Moskau. Vorrangiges Ziel der Getreideproduzenten müsse die Deckung der Inlandsnachfrage sein, wobei auch die Sicherung der Preisstabilität zu beachten sei.

Ernte auf 95 Millionen Tonnen geschätzt

Der Regierungschef bezifferte die diesjährige russische Getreideernte auf rund 95 Millionen Tonnen gegenüber nur knapp 61 Millionen Tonnen im Dürrejahr 2010. Die Weizenproduktion sei mit etwa 60 Millionen Tonnen um 18 Millionen Tonnen höher ausgefallen als im Vorjahr. Zu den guten Ertragsergebnissen hätten auch die staatlichen Hilfen für die von der Dürre stark getroffenen Agrarproduzenten beigetragen. Putin verwies auf die weitergeführte Verbilligung von Kraft- und Schmierstoffen, die nanziellen Vergünstigungen bei der Versorgung des Agrarsektors mit Landtechnik und die Kredithilfen.

Eisenbahntarife für den Transport reduziert

Unterdessen wurden die Eisenbahntarife für den Transport von Getreide aus den sibirischen Regionen und der Ural-Provinz Kurgan sowie für die Beförderung von Soja aus dem Bezirk Ferner Osten bei Strecken von mehr als 1.100 km um die Hälfte reduziert. In diesen Gebieten gebe es erhebliche Überschüsse an Getreide, begründete Vizepremier Viktor Subkow die Subvention. Die 2011/12 insgesamt möglichen Getreideexporte aus Russland veranschlagte der Vizepremier auf 20 Millionen Tonnen bis 23 Millionen Tonnen. Laut seinen Angaben wurden schon fast 10 Millionen Tonnen ins Ausland vermarktet.

Getreideintervention startet Ende Oktober

Subkow wies gleichzeitig Aussagen aus der Branche zurück, wonach ein Mangel an Lagerkapazitäten für Getreide bestehe. Diese beliefen sich landesweit auf gut 119 Millionen Tonnen, was ausreichen dürfte. Derweil teilte die Russische Getreideunion mit, sie gehe davon aus, dass die von der Moskauer Regierung angekündigte Getreideintervention noch durchgeführt werde. Allerdings würden voraussichtlich nur eine Million Tonnen Getreide interveniert, meinte Verbandspräsident Arkadij Slotschewskij. Die Regierung hatte ursprünglich den Ankauf von zwei Millionen Tonnen Getreide in Aussicht gestellt. Dabei sollte dieses aber ausschließlich mit der Option des Rückkaufs durch die Produzenten erworben werden.
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