Login
Getreide

Rabobank erwartet langfristig feste Weizenpreise

von , am
10.08.2010

Amsterdam - Weizen wird in den nächsten zehn Jahren teuer bleiben. Davon ist der Leiter des Rohstoffgeschäfts der niederländischen Rabobank, Dirk Jan Kennes, überzeugt.

© agrar-press.de

Die aktuelle Preisspitze sei nicht nur auf die Trockenheit in Russland zurückzuführen, sondern sie signalisiere strukturelle Veränderungen auf dem Weltmarkt, so Kennes in einer aktuellen Marktanalyse. Er warnt, die Lebensmittelindustrie müsse effizienter werden, wenn Brot, Bier und Fleisch nicht teurer werden sollen. Die Rabobank setzte ihre Schätzung für die weltweite Weizenernte 2010/11 auf 644,2 Millionen Tonnen zurück. Das wären 34,6 Millionen Tonnen weniger, als im Vorjahr geerntet wurden.

Rückgang der Getreideerzeugung

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hatte die Produktion zu Beginn der vergangenen Woche auf 651 Millionen Tonnen veranschlagt. Nach Einschätzung der Rabobank wird allein in Russland das Weizenaufkommen wegen der außergewöhnlichen Dürre um ein Viertel auf nur 45 Millionen Tonnen schrumpfen. Die gesamte Getreideerzeugung könnte auf 70 Millionen Tonnen bis 75 Millionen Tonnen fallen, während im Mai noch eine Ernte von 95 Millionen Tonnen erwartet worden war.

Exportstopp in Russland

Nach Informationen der Rabobank hat Russland Lieferverträge über 6,5 Millionen Tonnen Weizen für das Wirtschaftsjahr 2010/11. Davon sollen wegen des einseitig verhängten Exportstopps vier Millionen Tonnen bis 4,5 Millionen Tonnen wegen "höherer Gewalt" gekündigt worden sein. Die niederländische Agrarbank geht davon aus, dass der Weltgetreidemarkt die Missernten 2010 dennoch besser verkraften wird als 2007 und 2008. Dafür sprechen höhere Lagerbestände.

Weizenpreise steigen 

Langfristig sieht die Rabobank feste Weizenpreise, weil die Nachfrage aus Ländern wie China und Indien aufgrund veränderter Konsumgewohnheiten steigt. Die Liberalisierung der EU-Agrarpolitik führe zudem zu einem Bestandsabbau, sodass weniger Ware zum kurzfristigen Ausgleich von Marktschwankungen zur Verfügung stehe. (aiz)

Auch interessant