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Ackerbau und Agroforsten

Regenerative Landwirtschaft: So wirtschaftet Benedikt Bösel im Team

Benedikt-Boesel-Alt-Madlitz-Mitarbeitende
am Mittwoch, 08.09.2021 - 06:00

Im trockenen Brandenburg erprobt Benedikt Bösel, wie sich regenerative Landwirtschaft und Agroforsten auf 1.000 ha Acker, 150 ha Grünland und 2.000 ha Forst umsetzen lassen. Seine Vision: unabhängig sein von jeglichen Subventionen.

Vorsichtig schiebt Benedikt Bösel die Mulchschicht am Boden zur Seite. Obwohl es seit Wochen wieder nicht geregnet hat, ist die Erde in den Kartoffelreihen unter einer dicken Schicht aus Gras und Klee noch feucht. „Wir haben nur 350 bis 500 mm Regen im Jahr“, sagt der 36-Jährige und rückt sein Baseballcap zurecht.

Er ist Geschäftsführer von Gut & Bösel in Alt Madlitz im Osten Brandenburgs. Die Region gehört schon immer zu den niederschlagsärmsten Gegenden in Deutschland, doch in den vergangenen Jahren hat sich die Situation dort extrem verschärft.

„Die Dürre ist der game changer“, sagt Bösel. „Mit den sehr sandigen Böden ist die Kombination mit der extremen Trockenheit eine besondere Herausforderung, bei der wir kurz vor dem Wüstensand stehen.“

Dabei sei der Boden das wertvollste Gut. „Darin müsssen wir mehr investieren, nicht in Technik und Anlagen“, ist seine Meinung. Wie zum Beweis stößt er einen Spaten in den Ackerboden. Die frisch aufgenommene Erde riecht nach Humus. Das zeigt: Wenn hier etwas funktioniert, kann es auch anderswo unter noch nicht ganz so extremen Bedingungen klappen.

Bei Fortschreiten des Klimawandels - von allen Experten vorhergesagt - drohen auch Ackerbauern in bisher noch begünstigten Regionen extreme Verhältnisse wie hier im trockenen Osten. So schätzt der Ackerbauer seine Situation realistisch ein: „Ich bekomme sehr schnell eine Rückmeldung, ob etwas funktioniert oder nicht.“ Er lässt die Erde aus seinen Händen rieseln. Benedikt Bösel probiert gerne etwas aus – durchaus verblüffende Dinge, die er zum Wissen um Böden und Pflanzen auf der ganzen Welt zusammengetragen hat.

Der Brandenburger ist damit vertraut, wie andere Staaten ihr Land nutzen, vor allem Japan, Brasilien und Südkorea hat er im Fokus. Hier imponierten ihm Vordenker, die „Landnutzungssysteme“ wie syntropische Landwirtschaft entwickelten, also die auf die „Rückkehr natürlicher Pflanzenfolgen auf bestimmten Standorten“ setzen, oder auf Agroforsten bauen, oder die alternatives Weidemanagement entwickelten.

Diese Ideen sind ein Grund, warum sich viele Medien außerhalb der Landwirtschaft mit Alt Madlitz beschäftigen. Bösel gelingt genau das, was vielen Berufskollegen derzeit oft noch schwerfällt: Mit Verbrauchern in einen echten Dialog zu kommen, die die Landwirtschaft kritisch sehen. Das ist auch für den Chef eines richtig großen Betriebs mit gut 3.000 ha nicht selbstverständlich.

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