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Regenerative Landwirtschaft

Regenerativer Ackerbau: Wann Komposttee und Blattdünger lohnen

Regenerativ-Deilmann-Marc-Speuser-Andreas
am Montag, 18.05.2020 - 15:35

Neue Ideen im Ackerbau sind gefragt. Den Pflanzenbau als regeneratives Gesamtkonzept sehen und alle Bestandteile intelligent verzahnen, das wollen immer mehr Berater und Anbauer. Neue Produkte sollen dabei helfen.

Einerseits gibt es einen enormen Wissenszuwachs mitsamt Digitalisierung in den Einzeldisziplinen Landtechnik, Aussaat, Düngung, Pflanzenschutz und Sortenzüchtung.

Andererseits ist der Blick auf das Gesamtsystem zum Teil sehr stark ins Hintertreffen geraten, sagt Dr. Ulrich Koch, Berater beim Landhändler sgl im rheinischen Erftstadt-Gymnich. Der Grund ist oft die fehlende Wirtschaftlichkeit.

In Systemen denken

Auch wegen klimatischer und politischer Rahmenbedingungen rückt bei den Regenerativen das Handeln „in Systemen“ wieder mehr in den Vordergrund. Basis dafür ist die optimale Analyse des Bodens. Wichtig bei der Strategie ist, sich das Verhältnis von Mikro- und Makronährstoffen intensiver anzusehen. Dabei rücken Humusgehalt und Wasserspeichervermögen des Bodens wieder mehr in den Mittelpunkt. 

Nötig seien schlagspezifische und betriebsindividuelle Düngeempfehlungen, sagt Koch. In deren Mittelpunkt müsse nicht nur die optimierte Nährstoffversorgung und die biologische Aktivität im Boden stehen, sondern auch die Pflanzenernährung und die Stärkung der Pflanzen in Stresssituationen.

Regenerativer Ackerbau: Vom Komposttee...

Etliche Produkte sollen helfen, das Ziel zu erreichen. Komposttee etwa filtert und vermehrt Kleinstlebewesen aus Kompost. Die Nährsubstanzen bestehen etwa aus Rübenmelasse, Zuckerrohr, Gesteinsmehl und Huminstoffe. Zugefügt werden damit „Katalysatoren“, welche die Mikroorganismen fördern und letztlich lenken sollen.

Der Tee wird auf den Boden als auch auf das Blatt ausgebracht. Er wirkt nicht direkt als Dünger, sondern als Katalysator für stärkende Prozesse im Boden und auf dem Blatt. Damit werden lebende Mikroorganismen zugeführt. Das soll den Boden langfristig stabilisieren. Die Pflanzen wachsen besser, sind gesünder und kräftiger.

...bis zum Blattdünger

Im Bereich Düngemettiel vertreibt sgl etwa den Blattdünger N-Eco 18, der „Nitrat ohne Ertragsverlust reduzieren“ soll. Die wässrige Stickstofflösung enthält 18 % Carbamid-N und wirkt schnell. Sie bringe „eine vier- bis fünffache N-Effizienz“, sagt Koch. Das entlaste die N-Bilanz. Besonders in Trockenperioden biete der Blattdünger durch seine schnelle Nährstoffverfügbarkeit Vorteile.

Wenn die Stickstoffmineralisierung wegen trockener Witterung stockt, gelangten die Pflanzen an den Nährstoff. Da sie in den Blättern Stickstoffdepots für bis zu 4 Wochen anlegen können, sei so das Ertragsniveau und ausreichende Qualität gewährleistet. 

Im Angebot sind auch Wigor S und Wigor S+B. Die streufähigen Granulate bestehen aus 77 % elementarem Schwefel und zusätzlich 2 % Bor aus Borax-Pentahydrat, der Rest sind Quellmittel. Zur aktuellen Saison gibt es den „komplexierten" Spurennährstoffdünger natrel top auf Basis Ligninsulfat. Das wasserlösliche Pulver wirkt schnell und nutzt Huminsäure, um Spurenelemente zu mobilisieren, etwa Kupfer (Cu), Eisen (Fe), Mangan (Mn) oder Zink (Zn).