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Herbizidresistenz

Resistenter Windhalm breitet sich dieses Jahr rasant aus

Der Windhalm überwächst den Winterweizen
am Freitag, 19.06.2020 - 06:03 (Jetzt kommentieren)

In vielen Regionen ist resistenter Windhalm weit verbreitet, doch auch in befallsfreien Gebieten schießt er aktuell ins Kraut. Hier ein Beispiels aus dem Norden Baden-Würtembergs, wo das Problem derzeit explodiert.

Herbizidresistenter Windhalm in Deutschland

Resistenter Windhalm breitet sich in vielen Regionen rasant aus. Besonders betroffen sind der Osten und Nordosten Deutschlands. Auch in bislang eher kaum befallenen Gebieten sind in diesem Jahr starke Vermehrungen zu beobachten. Hier ein Beispiel aus Baden-Württemberg.

Der Rhein-Neckar-Kreis zwischen dem Kraichgau und der Rheinebene im Norden Baden-Württembergs gehört zu den Regionen mit der bisher geringsten Herbizidresistenz beim Windhalm in Deutschland.

In diesem Jahr massive Ausbreitung

Doch aktuell ändert sich die Situation deutlich, wie Pflanzenbauberater Gerd Münkel vom Landwirtschaftsamt Sinsheim beobachtet.

„In den letzten drei Jahren und besonders stark in diesem Jahr breitet sich resistenter Windhalm explosionsartig aus.“ Die Pflanzen sind resistent gegenüber sulfonylharnstoffhaltigen Herbiziden wie etwa Broadway, Atlantis Flex oder Attribut.

Die Ungräser wurden vermutlich aus benachbarten Regionen mit hohem Ungrasdruck eingeschleppt, beispielsweise aus der Pfalz. Aktuell schiebt der Windhalm im Rhein-Neckar-Kreis seine Rispen über die Weizenähren.

Bei Windhalmresistenz unbedingt Herbstbehandlung einplanen

Pflanzenbauexperte Gerd Münkel rät dringend, die Flächen jetzt zu kontrollieren und befallene Schläge zu notieren.

„Soll auf diesen Flächen in den kommenden Jahren Getreide angebaut werden, müssen Sie im kommenden Herbst unbedingt behandeln. Nur so sind hohe Wirkungsgrade möglich.“ Wichtig ist das deshalb, weil für die Herbstbehandlung eine breite Palette an Herbiziden zur Verfügung steht.

Frühjahrsbehandlungen nur eingeschränkt möglich

Eine Gräserbekämpfung ist im Frühjahr nur sehr begrenzt und nicht mit ALS-Hemmern (Sulfonylharnstoffen) möglich. „Wenn eine Herbstbehandlung nicht möglich ist, muss im Frühjahr 2021 beispielsweise mit Axial oder Avoxa behandelt werden.“

Der Sinsheimer Berater rät, ackerbaulich vorzubeugen: „Planen Sie unbedingt auch eine Anpassung der Fruchtfolge ein.“

Mit Material von Gerd Münkel, Landwirtschaftsamt Sinsheim
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