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Gräserherbizide

Resistenzgefahr! So bekämpfen Sie Ackerfuchsschwanz im Herbst

Die Bedingungen für den Einsatz von Bodenherbiziden sind in diesem Herbst überwiegend gut. Das sollte für die Ackerfuchsschwanzbekämpfung genutzt werden.
am Donnerstag, 27.10.2022 - 09:42 (Jetzt kommentieren)

In diesem Jahr sind die Bedingungen für Herbst- und Winterbehandlungen gegen Ackerfuchsschwanz ideal. Berater aus Baden-Württemberg geben einen Überblick, was jetzt zu tun ist.

Aktuell läuft Ackerfuchsschwanz massiv auf. Hier zeigt sich, wie groß das Samenpotenzial im Boden ist. Die Sommertrockenheit und der schlechte Aufgang nach der Stoppelbearbeitung haben den Druck deutlich erhöht.

Mit welchen Strategien lässt sich hartnäckiger Ackerfuchsschwanz noch bekämpfen? Die Pflanzenschutzberater aus Baden-Württemberg empfehlen, sich intensiv Gedanken über Problemstandorte zu machen. Hier ein Überblick über die Kulturen.

Winterraps: Was tun bei schwer bekämpfbarem Ackerfuchsschwanz?

Im Winterraps rät Kerstin Simon vom Landwirtschaftsamt Donaueschingen, die kalte Jahreszeit für Behandlungen gegen Ackerfuchsschwanz zu nutzen.

  • Winteranwendungen: Zwischen November und Februar sind Anwendungen mit speziellen Bodenherbiziden möglich.
  • Resistenzvorsorge: Bodenherbizide ermöglichen einen Wechsel der Wirkstoffklassen.
  • Voraussetzungen: Vegetationsruhe, mittlere Bodentemperatur unter 10 °C, ausreichend Feuchtigkeit. Der Boden kann gefroren, muss aber schneefrei sein.

Diese Rapsherbizide eignen sich im Herbst gegen Ackerfuchsschwanz

  • Kerb Flo: 1,875 l/ha
  • Milestone: 1,5 l/ha (inklusive Kamille)

Die Wirkung wird erst im folgenden Frühjahr sichtbar. Minderwirkungen sind möglich, wenn der Boden grobklutig oder mit Strohresten bedeckt ist oder die Gräser das Bestockungsstadium überschritten haben.

Wintergerste: Ackerfuchsschwanz meist gut von Flufenacet erfasst

Im Beratungsgebiet von Constantin Seubert vom Landwirtschaftsamt Ilshofen haben sich viele Landwirtinnen und Landwirte für eine spätere Gerstenaussaat entschieden. Das und der erhoffte Niederschlag zur Behandlung mit Flufenacet haben für eine gute Wirkung gegen Ackerfuchsschwanz in der Wintergerste gesorgt.

Weizen, Triticale und Roggen: Empfehlungen gegen Ackerfuchsschwanz

Berater Constantin Seubert empfiehlt unter anderem diese Herbizide für den Einsatz in Winterweizen, Winterroggen und Triticale:

  • Herold SC: 0,6 l/ha,
  • Malibu: 4,0 l/ha,
  • Cadou pro Pack (Cadou SC + Agolin): 0,5 l/ha + 1,5 l/ha,
  • Mateno Forte Set (Mateno Duo + Cadou SC): 0,7 l/ha + 0,5 l/ha,
  • Battle Delta + BeFlex: 0,6 l/ha + 0,3 l/ha.

Beachten Sie dabei unbedingt die kulturabhängigen Einschränkungen. Seubert rät, auf Problemstandorten mit hohem Ackerfuchsschwanzbesatz 2 bis 3 l/ha Boxer (Prosulfocarb) zuzusetzen. Der Wirkstoff verstärkt die Wirkung auf Ackerfuchsschwanz. Die Kombination muss aber bis zum frühen Nachauflauf eingesetzt sein, da es sonst zu Schäden kommen kann. Achtung: Boxer ist nicht in Triticale zugelassen.

Wie Ackerfuchsschwanz und Ausfallraps in Weizen und Dinkel bekämpfen?

Derzeit sind die Bedingungen für Bodenherbizide ideal, sagen auch die Berater Theodor Bender und Hartmut Lindner vom Landwirtschaftsamt im Main-Tauber-Kreis. Deshalb spricht in diesem Jahr viel für eine Ackerfuchsschwanzbekämpfung im Herbst auch im Weizen oder Dinkel.

Die Pflanzenbauexperten empfehlen zudem, bei starkem Besatz mit Altraps eine Teilmenge eines sulfonylhaltigen, blattaktiven Produkts dazuzugeben. Dafür eignen sich beispielsweise Pointer oder Trimmer SX.

Mit Material von Kerstin Simon, Constantin Seubert, Theodor Bender und Hartmut Lindner
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