Login
Getreide

Roggen 2012: Märkte - Strategien - Sorten

von , am
15.03.2012

"Der Roggenmarkt ist bis zur Ernte knapp versorgt", prognostiziert Ralf Löhden, Getreide- und Futtermittelhändler. Die Preise bleiben hoch.

Die Roggenanbaufläche wurde in Europa in den letzten Jahren kontinuierlich ausgedehnt. © Mühlhausen/landpixel
Zur neuen Ernte wird sich die Angebotslage wegen der Flächenausweitung in Deutschland und Polen zwar wieder etwas entspannen, das Preisniveau wird nach Einschätzung von Löhden jedoch relativ hoch bleiben.
 
Dieser Einschätzung schloss sich auf der Pressekonferenz der Saaten-Union zum Thema Roggen auch Marcus Iken, Geschäftsführer der Saaten-Union, an. Er zeigte sich überzeugt, dass der Roggenanbau so attraktiv ist wie lange nicht mehr. Dazu tragen nicht nur die hohen Preise und die gute Nachfrage bei sondern auch die neuen Turbohybrid-Sorten mit hoher und stabiler Ertragsleistung insbesondere auch unter Stressbedingungen.

Brotroggen teurer als Brotweizen

Ralf Löhden ist Getreide- und Futtermittelhändler. Er rechnet weiter mit hohen Roggenpreisen. © Werkbild
Nach Einschätzung von Ralf Löhden ist der Brotroggenmarkt in diesem Jahr besonders knapp versorgt. Zur letzten Ernte wurden wegen der schwierigen Witterungsbedingungen fast ausschließlich fallzahlschwache Partien geerntet. Diese waren nur noch als Futtergetreide einsetzbar. In Folge wurden in diesem Jahr für Brotroggen höhere Preise als für Brotweizen gezahlt. Bis zu neuen Ernte wird sich daran nichts mehr ändern.
 
Eine ähnliche Situation finden wird nach Informationen von Löhden auch in unseren osteuropäischen Nachbarstaaten Polen und der Ukraine. Überall ist das Angebot knapp und bis zu neuen Ernte dürften die Läger wohl leergefegt sein.
 
Wettbewerb um Roggen nimmt zu
 
Etwas besser ist die Versorgung bei Futterroggen. Dennoch ist der Roggen auch hier beileibe kein Billiggetreide mehr. Nach Einschätzung Löhdens tragen sowohl die Ethanol- und Biogasanlagen als auch der zunehmende Einsatz im Veredlungssektor zu einem härteren Wettbewerb um den verfügbaren Roggen bei. Nach reinem Futterwert bewertet findet Roggen derzeit mit Abschlägen zehn bis 15 Euro/t zum Futterweizen ohne Problem Abnehmer auch in der Mischfutterindustrie. Von selbstmischenden Betrieben wird nach Löhdens Beobachtung anteilmäßig sogar mehr Roggen eingesetzt als von der Mischfutterindustrie.
 
Größere Ernte - trotzdem gute Preise
 
{BILD:150982:jpg}Die neue Ernte wir nach Einschätzung Löhdens größer ausfallen als im letzte Jahr. Die Anbaufläche wurde um acht Prozent ausdehnet und die höheren Erträge als im Extremjahr 2011 führen zu einem Angebotszuwachs von etwa 25 Prozent. Dennoch wird der Markt die Menge gut aufnehmen. Derzeit liegen die Kontraktpreise für das neue Jahr - trotz eines erwarteten Rückgangs - auf relativ hohem Niveau.

Getreidemarkt: Mit rückläufigen Preisen ist zu rechnen

Auch interessant